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... weil der staat eben kein gutmensch ist.

der grund wurde ja im referenzierten kommentar bereits benannt: weil er es nicht muss. naiv zu glauben, der staat könnte irgendein interesse daran haben, die treue des bürgers durch freundliche gesten (man könnte auch von leckerlis sprechen...) zu honorieren. wo bliebe die effizienz, wo soll das denn hinführen, wenn man dem mit aller macht zu unterdrückenden bürger den kleinen finger reicht?

der staat als solcher ist ein konstrukt, ein apparat, der an nichts anderem „interesse“ hat oder haben kann als an seinem eigenen fortbestehen bzw. seiner expansion. er wurde in der literatur oft mit dem autoritären vater verglichen. man denke an den spruch: "so lange du deine füße unter meinen tisch stellst" usw. zentraler unterschied: dem autoritären vater kann man mit der volljährigkeit entkommen, dem staat (als solchem) nie, wie im referenzierten kommentar richtig bemerkt.

ich sage gar nicht: der staat soll für alle abgeschafft werden. was ich mir persönlich wünsche – zumindest als wahlmöglichkeit – ist ein freiraum, in dem ich mich der oft missbrauchten gewalt des systems zu entziehen vermag.

ein moderner und tatsächlich am oft beschworenen „westlichen ideal der freiheit“ orientierter staat sollte me. zur wahl stellen können, die staatsbürgerschaft mit allen konsequenzen abzulegen. so wie es auch möglich ist, aus der kirche auszutreten.

die gefahr für den staat hielte sich dabei in grenzen. nicht viele würden wohl von diesem recht gebrauch machen, entfallen dann ja auch gewisse bequemlichkeiten wie der scheinbare „schutz“, den der staat seinen leibeigenen verspricht.

ich würde gerne auf diesen „schutz“ verzichten, um ein tatsächlich freies und eigenverantwortliches leben zu führen, in dem ich zb. nicht dazu gezwungen werde, mit horrenden abgaben aus völlig intransparenten motiven geführte kriege zu finanzieren und am ende auch noch deren dramatische folgen („flüchtlingskrise“, terrorismus usw.) finanziell und ggf. mit kriegsdienst zu tragen, während die verantwortlichen sich lachend in gepanzerten staatskarossen durch die städte kutschieren lassen.

die hier angedachten staatsfreien räume sind übrigens weniger utopisch als man vielleicht denkt. in dänemark existiert ja bspw. schon seit den 70ern die staatlich geduldete, anarchistische kommune christiania. in einem autoritätshörigen und strukturbesessenen staat wie deutschland aber wohl eher unwahrscheinlich, dass sich ein äquivalentes kollektiv ausbilden kann oder gar etwas, das als ernsthafte konkurrenz zum derzeitigen system angesehen werden könnte.

letzten endes wird wohl auch ein weiterer weltkrieg die deutschen (und auch andere gutgläubige staatsbürger weltweit) nicht davon überzeugen, dass dieses system alternativloser leibeigenschaft an sich falsch ist. denn man wird auch die nächste katastrophe wieder nur seinen jeweiligen, im grunde austauschbaren repräsentanten anlasten.

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