2016 - das Jahr der Zäsuren

2016 war kein besonders leichtes Jahr für die deutsche Gesellschaft und die Weltgemeinschaft. Zahlreiche Brüche mit dem Bisherigen fanden statt oder wurden eingeleitet.
Die harmlose Silhouette des Alltags wurde entrückt, durch Bemühungen der eigenen Ideologie Gehör zu verschaffen. Konkret geschah dies durch zahlreiche, blutrünstige Terrorakte in den Herzen europäischer Großstädte. Auch die jungfräuliche Terrorbilanz des deutschen Staats stieg eklatant und provozierte eine dramatische Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas. 2016 war ein Jahr, das bewies, dass große gesellschaftliche Strömungen ernstgenommen werden müssen, bevor sich die Bevölkerung in eimem Sumpf aus Fehlinformationen und Fehlverhalten wiederfindet. Mir persönlich fiel unfassbar stark auf, wie drastisch sich die Tonlage der Debattenkultur veränderte. Im Bestreben die sogennante "Political Correctness" abzuschaffen, kam es zu ungestümen Diffamierungsorgien hasserfüllter Globalisierungs- und Flüchtlingsgegner. Besonders abstoßend im vergangenen Jahr war jedoch auch die absurde Differenzierung zwischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtlingen. Europäische Fischereiflotten patroullieren vor der Küste der Maghreb-Staaten und zerstören die Lebensgrundlage hunderttausender Fischer, unzählige Handelsabkommen der EU drangsalieren afrikanische Staaten und provozieren dramatische Markteinbrüche der heimischen Wirtschaft, an Börsen wird weiterhin auf Lebensmittel spekuliert, während 759 Millionen Menschen auf diesem Planeten hungern. Ich wundere mich nicht über die massenhaften Wanderungsbewegungen, ich wundere mich lediglich warum noch niemand in seiner Verzweiflung die Waffe gegen dieses zweifelhafte Treiben erhob. Kriege werden gefochten, Gelder werden gewaschen und die westliche Welt schaut in den Himmel, in der Hoffnung die Probleme würden sich von selber bereinigen, wenn man nur lange genug das Nichtstun pflegt. Es ist beschämend, wenn hierzulande eine Obergrenze gefordert wird, während immernoch von Kik, Tchibo oder H&M das absurd günstige Shirt getragen wird. Die Problematik ist seit Ewigkeiten existent, doch verlagert sie sich plötzlich vor die Grenzen unserer Länder, schotten wir uns ab und relativieren die Probleme dieser Menschen. Doch, Flüchtlinge sind keine Güter, sie sind Menschen, mit Hoffnungen Träumen und Ängsten. Es mag viele Probleme gegeben haben, ebenfalls sind striktere Abläufe unabdingbar. Integration ist jedoch ein zweiseitiger, symbiotischer Prozess und dieser Aufgabe muss sich die Gesellschaft stellen. Auch die Interpretation des Internets erlebte eine Neuausrichtung. Selbst die digitale Welt vermochte es nicht der Trennung Einhalt zu gebieten. In Zeiten von Fake-News, Bots und Informationskokons ist es nahezu unmöglich den Überblick über die Weiten des Äthers zu behalten.

2016 war also ein Jahr des Wandels, teilweise sogar eines Rückwärtigen. Doch sollten uns die Fehler des vergangenen Jahres nicht desillusionieren, sondern ermutigen den gesellschaftlichen Dialog wieder zu suchen, einander zu verstehen und gemeinschaftlich an einer Vision für ein besseres Miteinander zu arbeiten.

Das hat 2016 uns gebracht