Abgebrannt, aber nicht verloren

So, wie er heute aussieht, scheint der getretene Hund endgültig am Ende: Das schöne Hexenhaus in Schutt und Asche, inzwischen wird laut NDR von Brandstiftung ausgegangen. Warum ausgerechnet jetzt und wer davon in Satans Namen profitieren könnte, darüber soll an dieser Stelle mal nicht spekuliert werden. Ja, noch wird jedenfalls vor allem getrauert um eine der geschichtsträchtigsten/ legendenumranktesten Institutionen der sogenannten Hamburger Subkultur. Das Ende einer Ära scheint für viele gekommen und nicht nur auf St. P. hängen die Mundwinkel auf Halbmast.

Sonntagnacht dann ein bisschen Glitzer am Horizont: In der Golden Pudel Facebook-Gruppe äußert jemand, der den Pudel liebt und anscheinend Fliesen legen kann, die Idee, das Häuschen einfach wieder aufzubauen. Wer kann was und wer hat Bock? Anscheinend viele. Einer ist oder kennt einen Zimmermann, einer kann Heizung und Sanitär, eine streichen, der andere Diskolicht machen, kochen oder immerhin Konfetti schmeißen. Die Stimmung steigt, die Likes häufen sich und Vorschläge zur Finanzierung des Wiederaufbaus gehen von Crowdfunding bis zu privaten Investoren.

Kann der geliebte Köter noch gerettet werden? Kann man nur hoffen, denn neben ein paar weiteren Verlusten, die St. Paulis alternative Szene demnächst zu verkraften hat, wäre der Pudel auf jeden Fall ein herber. Ein schwarzes Loch, das auf dem Weg zum Fischmarkt keiner sehen will, den man da sehen will. Von daher wünsche ich dem DIY-David auf jeden Fall das Beste, wie gehabt gegen Gentrifizierungs-Goliath und alle anderen Feinde, die sich der Wiederauferstehung irgendwie entgegenstellen mögen und hoffe für den Pudel auf Unterstützung möglichst vieler Leute, die irgendwas Anständiges gelernt haben (Handwerk, Jura, Solidarität usw.).

Golden Pudel Club

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Golden-Pudel-Club-Verdacht-auf-Brandstiftung,goldenpudel106.html

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