Achtung: Dies ist (k)ein Porno.

Nein, kein Porno. Eher ein Sexfilm für Leute, die eigentlich keine Pornos mögen, aber Kunst. Und expliziten Sex halt. Für Leute, die auch „Nymph(o)maniac“ gut fanden zum Beispiel.
Ja, es gibt viel zu sehen in dem neuen Werk des, hu hu, Skandalfilmers Gaspar Noé („Irreversibel“). Schöne Menschen vor allem, die sich in echt und 3D verlustieren, mit und ohne „Love“. Um die geht es nämlich in diesem arty Streifen. Und der hat, neben so mancher interessanter (Ein-)Stellung – z.B. erleben wir einen Cumshot aus Sicht der Gebärmutter!? – auch eine Handlung: Ein junger Filmemacher trauert seiner Ex hinterher, die er dank einer folgenschweren Ménage-à-trois nun nicht mehr hat. Jetzt sitzt Murphy (Karl Glusman) mit Omi (Klara Kristin) da, der flotten Dritten im Bunde, samt gemeinsamem Sexunfall-Baby, und grämt sich. Denn eigentlich will er doch nur seine große Liebe Electra (Aomi Muyock) zurück, die allerdings seit Wochen spurlos verschwunden ist.
Einen Film über Sex mit Liebe („sentimental love“) will Murphy machen, und nichts anderes ist „Love“ geworden. Das Ganze spielt, wo sonst, in Paris und hat neben monumentalen Aktbildern in leuchtenden Farben auch einige schmerzhafte Wahrheiten über die Entwicklungs- und Verfallsstadien der Liebe zu bieten. Insgesamt mit über zwei Stunden Laufzeit etwas zu lang, hätte die eine oder andere Sexszene dramaturgisch gesehen auch dem Schnitt zum Opfer fallen dürfen, aber wer will sich beschweren.
Problematischer ist die männliche Hauptfigur, die sich, wenn nicht gerade gevögelt wird, so penetrant im selbstverschuldetem Elend suhlt, dass man gedanklich hin und wieder zum „Heul' leise!“ tendiert.

Love

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