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"And that, kids, ...

... is how I met your mother."

9 Jahre lang haben Fans des würdigen Nachfolgers von Friends und anderen Seriengiganten darauf gewartet, dass der Erzähler Bob Saget (übrigens als Full-House-Dad selbst ein früherer Serienstar) diese Worte spricht. Schlussendlich sprach sie dann "Ted Mosby" selbst, was irgendwie schräg ist, schließlich sind wir endlich in der Zeitlinie angelangt, aus der der "alte" Ted zu seinen Kindern spricht. Aber egal, mit solchen Kinkerlitzchen halten wir uns hier nicht auf.
Für alle, die sich das Ende noch IMMER nicht angesehen haben, eine kleine Spoilerwarnung. Jene, die jetzt trotzdem weiterlesen, haben es entweder ohnehin bereits gesehen oder sind selbst Schuld.

Ich war nie eine Verfechterin der Idee, dass es bei HIMYM tatsächlich um die Mutter ginge. In Wahrheit wurde hier eine Coming-of-Age-Story erzählt, die sich um das wahre, das "zweite" Erwachsenwerden der 25-bis-35-Jährigen drehte. Die Charaktere entwickelten sich, wurden tiefer und tiefer, bekamen Lebenserfahrung, lernten sich selbst kennen und fanden heraus, was sie wirklich wollten. Am Ende der neunten Staffel ist Robin meilenweit entfernt von einem nur karriereorientierten Leben mit fünf Hunden in einer kleinen Stadtwohnung in New York. Ted rennt nicht mehr einer Frau hinterher, die ihn ohnehin nicht will. Lily glaubt nicht mehr, irgendwas zu verpassen, Marshall hat sich vom verplanten Jurastudenten zum verantwortungsvollen Familienvater entwickelt und Barney hat endlich aufgehört, nur Frauen ins Bett bekommen zu wollen.
Jeder, der noch immer davon sprach, dass es Ted am Ende um Robin geht, wurde von mir mit einem süffisanten Lächeln bedacht. Schließlich ging es nun neun Staffeln lang darum, dass Ted sich endlich von Robin löste, um die Liebe seines Lebens kennenzulernen. Es war höchste Zeit, zu oft war er schon einer Frau nachgerannt, die ihn einfach nicht liebte. Er war lange genug am Haken und in dieser undankbaren Position gewesen.

Bis zu dem Moment, in dem wir die Worte "Und so, Kinder, hab ich eure Mutter kennen gelernt." hören, ist alles noch einigermaßen ok. Bisher haben wir eine Story, mit der die meisten Fans leben können. Ja, dass Barney und Robin sich scheiden lassen, Barney wieder zum Womanizer schlechthin wird und Robin sich total von der Gruppe entfernt, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zu diesem Zeitpunkt ahnt man jedoch noch nicht, wie sehr diese Entwicklungen für das Ende der Serie stehen, in dem sich die Charaktere einfach nur mehr zurück entwickeln, eine unrealistische Geschichte um die andere passiert und die meisten Momente aus neun Staffeln zuvor wie Seifenblasen zerplatzen lässt.
Aber dann geht es los. Die Kinder erklären ihrem Vater, dass es doch die ganze Zeit nur um Robin gegangen wäre und wie sehr er sie liebe. Der Tod der Mutter wird derart nebenbei erwähnt, dass man sofort das Gefühl hat, zuvor irgendetwas Wichtiges nicht mitbekommen zu haben, aber Fehlanzeige, es wurde bloß kurz erwähnt, dass sie krank war. Ted entschließt sich, Robin anzurufen und tut es dann doch nicht: Er fährt zu Robin, die doch tatsächlich mit fünf Hunden in einer Stadtwohnung wohnt, und zeigt ihr das blaue Horn.
ENDE, Abspann.

Als erstes kommt das Gefühl "Was, das war es jetzt?". Danach die Rekapitulation. Marshall und Lily sind kaum mehr vorhanden, Barney ist ein geiler Womanizer und Robin eine reisende Karrierefrau, die lächerlicherweise wieder Hunde hat, obwohl das in einer Wohnung in New York City und mit ihren zahlreichen Reisen einfach völlig unrealistisch ist. Und Ted rennt ihr wiederum hinterher. Einer Frau, die ihn jahrelang abgewiesen hat, ihm mehrmals ins Gesicht gesagt hat, dass sie ihn nicht liebt und die wohl kaum Zeit für oder Lust auf ein schönes Familienleben hat. Man fragt sich wirklich, was romantisch sein soll an der Idee, dass dieser irre Stalker auch nach all den Jahren wieder vor ihrer Tür steht. So schön die Geschichte von Ted und der Mutter auch dargestellt wird, sie wird zunichtegemacht davon, dass es da immer eine Frau gab, die Ted schon viel länger liebte und die er eigentlich immer wollte.

Auf YouTube gibt es zahlreiche wütende Reviews, manche Fans können sich mit dem Ende jedoch gut abfinden. Für mich bleibt aber nur die Frage: Wieso haben es die Macher der Serie vorgezogen, ein irres und unrealistisches Finale zu schaffen, das diskutiert wird, statt ihren Fans mit einem würdigen Ende zu danken? Nur, damit es ins Gespräch kommt? Für mich hätte es zwei Möglichkeiten gegeben: 1. ein klassisches Happy End, das betont, wie unwichtig das Ende eigentlich ist und wie wichtig dagegen der ganze Verlauf der Serie ist oder 2. ein realistisches Ende, in dem vielleicht vieles nicht hingehauen hätte, aber doch gezeigt hätte, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben.
Die tatsächliche Kombi aus Schmalz und unrealistischen Entwicklungen macht in meinen Augen eigentlich die ganze Serie zunichte. Wozu die jahrelangen Bemühungen Teds, endlich von Robin loszukommen? Wozu die Entwicklung eines Casanovas zum endlich "Angekommenen", zum liebenden Ehemann? Für eine Seifenblase, die zerplatzt.

How I Met Your Mother