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Back to roots, oder: Die – meiner Meinung nach – besten Vampirfilme

Seltsamerweise fallen mir nur wenige wirklich unterhaltsame oder gar gruselige Vampir-Filme ein. Der Vampir ist eine der faszinierendsten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte, aber nicht immer ist man mit ihm respektvoll (oder zumindest auf künstlerisch wertvolle oder doch wenigstens unterhaltsame Art und Weise) umgegangen. Leider bleiben viele Drehbücher bei den üblichen Klischees oder kommen – wie so viele moderne Streifen – über bloße Effekt-Hascherei nicht hinaus. Das ist auch der Grund, warum hier Coppolas Dracula-Verfilmung nicht dabei ist. Gemeinhin stört mich an den meisten Vampirfilmen und -darstellungen etwas, und oft auch sehr viel. Mal ein Übermaß an Psychologisierung, dann wieder zuviel stylisch-verkitschte Comic-Hollywood-Action. Das Vampir-Bild wandelt sich natürlich mit der Zeit, aber mir scheint, dass das Dämonisch-Unberechenbare an der Kreatur inzwischen ein wenig verloren gegangen ist.

In der europäischen Geistesgeschichte reflektiert der Dämon die Furcht der Menschen vor den dunklen Seiten der Welt. Er repräsentiert sowohl die wilde, unberechenbare, nichtbeherrschbare äußere Natur, als auch die animalisch-triebhaften-emotionalen Züge unserer menschlichen Natur. Der Vampir repräsentiert beide Aspekte. Er ist ein Wesen der Nacht, der bedrohlichen, und durchschaubaren Finsternis und aus Fleisch und Blut, damit Repräsentant einer bedrohlichen, feindseligen Außenwelt. Gleichzeitig ist er mit seiner Triebhaftigkeit, seiner Gier und Amoralität ein Abbild innermenschlicher Abgründe. Zumindest sollte er das machen, aber das noch der Fall?

Egal, genug spekuliert. Hier sind meine Filme:

5. Dracula - Tot aber glücklich: Tausendmal mehr gesehen als Coppolas Dracula, und das zurecht. Natürlich ist ist Mel Brooks Dracula-Persiflage nichts weiter als anspruchsloser, alberner Klamauk, aber macht nichts. Mehr erwartet man bei einem Film mit Leslie Nielsen auch nicht. Und er spielt den Dracula großartig! Die Szene, in der er mit dem Brooks gespielten van Helsing in altmoldawische Schimpfwörter austauscht, ist unvergesslich. Da sage ich nur noch: Fuszta!

4.From Dusk till dawn: Sicherlich der beste Trash-Vampirfilm aller Zeiten. Großartige Schauspieler, irrwitzige Wendungen und dazu ein unglaublich cooler Soundtrack. Für mich der unterhaltsamste von Tarantinos Filmen. Mehr muss ich hier nicht schreiben. Wer ihn gesehen, weiß, was an dem Streifen gut ist (oder eben nicht...), wer ihn nicht kennt, soll ihn sich schleunigst anschauen. Immer wieder sehenswert!!!

3. Durst. Ein hierzulande weniger bekannter des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook (u. a. Oldboy ). Ein visuell und inszinatorisch ausufernder, gelegentlich verwirrender Streifen, mal umwerfend komisch, mal extrem düster und brutal. Im Zentrum steht ein katholischer Priester, der, über eine Bluttransfusion zu einem Vampir verwandelt, nach und nach seine ganze christliche Geisteshaltung über Bord wirft. Von seinen Trieben und Gefühlen beherrscht und von seinem schlechten Gewissen geplagt, geht er und mehr über Leichen. Der rote Faden fehlt hier manchmal, aber diese koreanische Vampir-Adaption sollte jeder Freund des Genres gesehen haben.

2. Tanz der Vampire: Lange nicht mehr gesehen, aber Roman Polanskis Vampir-Komödie aus den späten 60ern ist kaum zu toppen. Visuell am klassischen Gothic-Horror-Film orientiert, brilliert der Streifen mit aberwitziger Situationskomik, die immer wieder zur richtigen Zeit den Schrecken ins komische wendet. Ein absoluter Klassiker.

1. So finster die Nacht: Sicherlich mit Abstand der beste Vampir-Film der Neuzeit. Irgendwo zwischen sozialkritischem Autorenkino und kompromisslosem Splatter-Kino angesiedelt, erzählt der norwegische Streifen von der Freundschaft, die sich zwischen dem zwölfjährigen Außenseiter Oskar und dem mädchenhaften Vampir Eli entwickelt, bis sie durch Elis Blutdurst auf eine harte Probe gestellt wird. An diesem Film stimmt alles: Storyline, Inszenierung, die Leistungen der Schauspieler und der Soundtrack. Trotz der jungen Protagonisten ist „So finster die Nacht“ kein plumpes Jugendkino, sondern einer der großartigsten und tiefschürfendsten Horror-Filme, die in den vergangen Dekaden gedreht wurden.


In „So finster die Nacht“ tritt der animalische Charakter des Vampir trotz aller sozialpsychologischer Aspekte stark in den Vordergrund. Man erinnere an die Szene, als der Junge Oskar dem Vampir Eli Blutsbrüderschaft schließen möchte. Damit komme ich auch wieder zu meinem Gedankengang von weiter oben zurück. Der Vampir ist, von seinen Wurzeln her ein bösartiges, viehisches Monster und kein distinguierter Gentleman mit Eckzähnen (Soviel zu Dracula...). Damit sollte man sich auch wieder verstärkt auf filmischer Ebene auseindersetzen. In diesem Sinne: Back to roots!

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