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„Bei der Macht von Grayskull“... und ab ist die Rübe!

Wer die zweite Hälfte der 80er Jahre und die frühen 90er als Kind miterlebt hat, wird sich vielleicht noch an die „Masters of the Universe“ erinnern: Actionfiguren von Mattel mit völlig überdimensionierten Muskelpaketen, die mit allerlei technischem und magischem Firlefanz ausgestattet waren. Die Story dazu: Auf dem Planeten Eternia versuchten die Mächte der Finsternis, angeführt von Skeletor, die Macht an sich zu reißen, was die Guten, die „Masters of the Universe“, angeführt von He-Man, zu verhindern versuchen. Dieser Kampf konnte in Comics, Hörspielen und Zeichentrickserien und einer Kinoverfilmung mit Dolph Lundgren nachvollzogen werden.

Das ganze Spektakel war für kleine Kinder gedacht und diente natürlich primär kommerziellen Zwecken, was sich in der schlechten Qualität von vielen Comics und insbesondere der Zeichentrickserie und des sehr trashigen Kinofilms niederschlug. Für für die inzwischen erwachsen gewordenen Fans der Serie, zu denen ich mich auch zähle, bleibt der Kult-Faktor natürlich trotzdem erhalten, was in meinem Falle besonders für die Actionfiguren und die Hörspielserie gilt, die, damals mit großem Aufwand produziert, ihren Charme nicht verloren hat.

Das auch heute noch viele Fans der Spielzeugserie an den Plastikfiguren hängen, kann man in den Sammelbörsen und Fan-Seiten nachverfolgen. Inzwischen produziert Mattel sogar neue Figuren speziell für erwachsene Fans und kann auf diese Weise mit den Masters wieder Geschäfte machen. Und DC-Comics veröffentlicht seit 2013 eine neue Comic-Serie für erwachsene Leser: „He-Man and the Masters of the Universe“. Fünf Bände sind mittlerweile erschienen.

Im Unterschied zu den alten Comics aber wird Eternia als eine extrem düstere Welt präsentiert und der älter gewordene Masters-Kosmos offenbart das ganze Potential, was er an Gewalt, Horror und Dunkelheit zu präsentieren hat. In diesen Comics wird geprügelt, geblutet und gestorben was das Zeug hält, auch bekannte und liebgewonnene Figuren werden nicht geschont. Gleichzeitig wird der Leser in eine komplexe und interessante Kosmologie eingeführt, der Kampf zwischen den Antagonisten He-Man und Skeletor in ihrer ontologischen Dimension erklärt. Man erfährt Hintergründe über Hordak, die Schlangenmenschen und den Geist von Castle Grayskull, die entweder gar nicht oder nur ansatzweise in den früheren Serien besprochen wurden.

Wer sich gerne an die „Masters of the Universe“ zurückerinnert und neue Geschichten für erwachsen gewordene Fans lesen möchte, sollte jedoch bereit sein, auch den Tod von den eigenen Lieblingscharakteren in Kauf zu nehmen. Wer's mit Gewalt nicht so hat, sollte hingegen um die Comics einen großen Bogen machen, denn davon gibt’s in den vier, auch auf deutsch erschienenen Bänden reichlich.

Bisweilen fühlt man sich beim Lesen an einen Hollwood-Blockbuster erinnert: Zu viele Knalleffekte, zu viele Bilder, die spektakulär wirken sollen und dabei die Story zu begraben drohen. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen, zumal viele interessant wirkende Storyelemente allzu hastig abgearbeitet und später nicht mehr aufgenommen werden. Unterm Strich bilden die neuen Masters-Comics aber einen spannenden, zeichnerisch, wie inhaltlich wirkungsvoll umgesetzten Neuanfang für die Revitalisierung des Masters-Kosmos. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Comics nicht an Qualität einbüßen und möglicherweise neue Impulse für das Drehbuch des neuen Kinofilms liefern, dessen Produktion seit über zehn Jahren nicht in die Gänge kommen will.

He-Man

Masters of the Universe