Ceterum censeo...

Inzwischen ist wieder etwas Zeit ins Land gegangen seit der letzen Attacke, die sich mal wieder in Frankreich zutrug und einen katholischen Priester das Leben kostete. Garantiert ist mir auch die eine oder andere Attacke entgangen, die scheinbar nichts mit dem Islam zu tun hat, aber aus irgendeinem Grund immer von Moslems begangen wurde. Irgendwann konnte man tatsächlich von „Daily Terror“ sprechen. Steckt denn nun der IS hinter diesen Attacken? Nun, nicht hinter jedem Einzelnen. Bei den meisten dieser Anschläge handelt es sich wirklich wohl um Einzeltaten, deren Begeher sich den Appell des IS zu Herzen nahmen und einfach losschlugen. Vielleicht handelt es bei dem einen oder anderen Attentäter ja wirklich um einfache Amokläufer.

Bei der Zugattacke von Würzburg scheint mir das Szenario allerdings wirklich zu perfide. Der Täter kam nicht aus Afghanistan, sondern aus Pakistan. Die Annahme liegt nahe, dass er die Behörden also im Grunde genommen von Anfang an verarscht hat. Dann aber war er seit längerer Zeit ein Musterbeispiel für Integration, hat die liebevolle Begleitung der deutschen Flüchtlingshilfebranche erfahren und sollte in Kürze seinen Praktikumsplatz in einer Bäckerei antreten. Dass ein solcher Junge zum Mörder im Dienste des IS wurde, ist zu absurd, um Zufall zu sein.

Im Grunde ist diese Attacke im Sinne des IS, den sie zerstört den Mythos der Integration. Der IS will den Zustrom von Migranten aus islamischen Ländern, aber auf ihre Integration kann der IS verzichten. Die Migranten aus der islamischen Welt sollen sich nach seinem Willen nicht hier integrieren. Der IS sieht sie in seiner Zielvorstellung als tickende Zeitbombe, die um so besser zündet, wenn der schwärende Verdacht, jeder Zuwanderer sei eben nicht eine Bereicherung, sondern ein potentieller Terrorist, um sich greift. Der Attentäter von Würzburg hat ebenso wie der Selbstmordbomber von Ansbach und alle Nachahmer einen unschätzbaren Beitrag hierfür geleistet.

Was ist also zu tun? Nun, nachhaltige Zuwanderung nach Deutschland und auch in den Rest Europas muss begrenzt und vor allem kontrolliert geschehen. Die Integration der Zuwanderer in die westliche Gesellschaft ist nur möglich, wenn es möglich ist, den Zuwanderern die Aufmerksamkeit und Unterstützung zuteil werden zu lassen, die sie verdienen. Sie wird vor allem dann möglich sein, wenn auch Zuwanderer zu uns kommen, die diese Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen und zu würdigen wissen, die mit ihrer Zuwanderung die Chance auf einen Neustart und eine bessere Zukunft verbinden und bereit sind, alles dafür zu tun. Das bedeutet auch, dass sie bereit sind, sich an die Werte der offenen Gesellschaft anzupassen und ihre eigene Sozialisation auf die Probe zu stellen.

Beides ist derzeit oft genug nicht der Fall. Die derzeitige Zuwanderung nach dem Motto „Wir schaffen das“, ohne wirkliche und substantielle Bemühungen, dies auch umzusetzen, befördert die Zuwanderung von Menschen, die mit einem massiven Anspruchsdenken und einer klaren Missachtung von Recht und Gesetz auftreten, und diese Menschen landen in einer bürokratischen Maschinerie, die jede Eigeninitiative und Kreativität erstickt. Es kann nicht sein, dass sich weiterhin Tausende von Menschen im Bundesgebiet aufhalten, deren Status nicht geklärt und deren Einreise nicht auf legalem Wege verlief. Es kann weiterhin nicht sein, dass die illegale Einreise von Menschen durch die Vergabe eines Aufenthaltstitels sanktioniert wird, selbst wenn es sich tatsächlich um Flüchtlinge im Sinne des Asylparagraphen handelt. Hierfür sind funktionierende Systeme zu schaffen und anzuwenden.

Dass ein solches Vorgehen risikobehaftet ist, ist klar, wie bereits am Beispiel des Axtschwingers von Würzburg belegt wurde. Es wird immer passieren, dass die Integrationsbemühungen auf einen Menschen treffen, der entweder von Anfang an von IS eingeschleust wurde oder der diese Bemühungen aufgrund welcher Gründe auch immer mit einer besonders gewalttätigen Ablehnung quittiert. Ganz wird man dieses Risiko niemals vermeiden können. Allerdings könnte wenigstens die erste Quelle der Gewalt abgeschaltet werden, wenn es den IS nicht mehr gibt.

Und das ist für mich der weiter gehende Schluss. Der IS muss zerstört werden, und das betrifft alle Systeme weltweit, die mehr oder weniger klammheimlich mit ihm sympathisieren oder sogar zusammenarbeiten. Alle Systeme, die eine inherente Ablehnung der offenen und pluralistischen westlichen Gesellschaften aufgrund einer mehr als tausend Jahre alten religiösen Schrift offen zu ihrem Gedankengut zählen, stehen klarerweise auf der falschen Seite und müssen lernen, dass die westliche Welt nicht jener wehr- und wertelose Hühnerhaufen ist, für den man ihn offenbar hält. Der Islam gehört nicht in die Opferrolle. Vertreter islamischer Organisationen haben sich die Opferrolle selbst gewählt, weil die Opferrolle lohnend ist. In Wahrheit ist dem Islam die Täterrolle inherent, solange die Freiheit der offenen Gesellschaft abgelehnt wird. Solange sich der Islam als gottgewollte Gesellschaftsform mit Anspruch auf Absolutheit begreift, wird er immer eine Bedrohung für uns darstellen und muss bekämpft werden, wenn wir leben wollen.

Hierzu wird es notwendig sein, Allianzen zu schmieden, die bislang unmöglich erscheinen, Denkmuster umzustürzen, die seit Jahren unsere Außenpolitik befördern, und Kröten zu schlucken, die uns im Augenblick abscheulich erscheinen. Und damit meine ich nicht den Diktator vom Bosporus. Die Kröten, die mir eher vorschweben, tragen die Namen Putin und Assad. Ohne oder auch gegen diese beiden Herren und die Machtsysteme, die sie beherrschen, wird es nicht möglich sein, den IS auszulöschen und Frieden im Nahen Osten und Maghreb zu schaffen, selbst wenn man einwenden kann, dass es ein Frieden auf Gräbern sein wird. Wenn man sich jetzt nicht dazu aufrafft, diese Folgerung zu ziehen, werden es nicht weniger Gräber sein, die zu beklagen sein werden, und es wird unter Anderem auch unsere offene Gesellschaft sein, die man zu Grabe tragen wird.

IS, Terrorismus

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