Ciao Mücke!

Bevor Christopher Reeve Superman war, war Bud längst einer. Der unbesiegbare, unerschrockene, von allem, das seinem äußerst zurückgelehnten Lebenswandel zuwiderlief, gelangweilte Haudrauf, der es mit ganzen Scharen rüpelhafter Amis oder Gangstern auf einmal aufnahm, nur um wieder seine Ruhe zu haben am Ende des Tages. Ein Batman wider Willen, mit einem Herzen aus Gold und Presslufthammer-Fäusten aus Titan. Und einem gesegneten Appetit.

Filme mit Bud Spencer gehörten zu meinen ersten essentiellen Kinoerlebnissen. Sie wurden zu einem Fetisch, dem ich und mein Vater regelmäßig frönten, bis zu seinem Tod Anfang der 80er. So ein Vater-Sohn-Ding, dem sich meine eher intellektuelle Mutter gerne entzog. Danach pflegte ich den Fetisch mit Kumpels noch lange weiter versteht sich.

Diese Filme waren zuweilen echt grober Kintop, schnell produziert, bis zum Bersten albern und total kindisch. Also generationenübergreifendes, perfektes Männerkino! Dem aber gleichwohl ebenso nicht wenige Frauen meines Freundeskreises erlagen, wie ich später herausfand. Das mag wohl vor allem auch an Buddys verschmitzten Augen gelegen haben, seinem bärigen, grummeligen Charme, der so bar jeder eitler Prahlerei und maskulinem Gestelze daherkam. Der sichere Fels im tosenden Meer menschlicher Blödheit und Verkommenheit. Ein Titan der guten Laune. Oder hämmernder Kopfschmerzen, je nach dem.

Jetzt ist Buddy ein Stockwerk höher gezogen. Und das fühlt sich für mich tatsächlich ein wenig wie ein Trauerfall in der Familie an. Also ruhe in Frieden Bud. Und wenn man dich da oben nicht lässt, bitte wie gehabt: Synchrone Doppelschelle und finaler Dampfhammer auf die Zwölf!

Mach's gut. :)

Bud Spencer

https://youtu.be/XwhZwnQNPCM

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