Crowdfunding für Killerdrohnen

Vor einer Weile konnte man hier von einem Controller-Dildo lesen, dessen Entstehung durch Crowdfunding finanziert wurde. Über 50.000 $ kamen für die Produktion eines weitgehend sinnfreien Produkts zusammen, damit gelangweilte Damen mittels ihrer Beckenbodenmuskulatur ein Computerspiel auf dem Smartphone steuern können.

Crowdfunding ist prinzipiell eine gute Sache. Manchmal träume ich davon, dass viele Menschen ihr Geld für einen wirklich guten Zweck zusammenlegen. Was kostet wohl ein Profikiller, und wie viel muss man für eine gebrauchte Killerdrohne bezahlen? Vermutlich könnte man mit einer halben Million Dollar eine Menge bewegen. Worum es hier eigentlich geht, wollt ihr wissen?

Ich möchte die Welt besser machen, sie von skrupellosen und machtbesessenen Männern befreien, die für ihre Ziele zigtausendfach über Leichen gehen. Auge um Auge sozusagen. Die Liste der potentiellen Zielpersonen ist lang, man müsste erst mal klein anfangen. Zu meinen Lieblingskandidaten gehören Putin, Assad, Netanjahu und Erdoğan. Letzterer – der Mann mit dem 1000-Zimmer-Palast in Ankara – ließ heute zwei regierungskritische Fernsehsender von der Polizei stürmen, vier Tage vor der Parlamentswahl. Vorwurf: Der Medienkonzern würde Terroristen unterstützen. Wer Erdoğan kritisiert, ist ein Terrorist – so lautet die einfache Wahrheit des schnauzbärtigen Pseudodiktators.

Die Welt wäre besser ohne Leute wie ihn, davon bin ich fest überzeugt. Und technisch wäre es kein Problem, sich ihrer zu entledigen. Die Putins, Assads, Netanjahus und Erdoğans unserer Zeit treten immer wieder öffentlich auf, sie können unmöglich rund um die Uhr beschützt werden. Jemand sitzt weitab in Sicherheit vor einem Computermonitor, steuert mit dem Joystick eine Drohne, die hoch am Himmel über Ankara fliegt, und feuert im richtigen Moment eine Hellfire-Rakete ab. Ähnliches passiert jeden Tag über Pakistan, Afghanistan, dem Jemen und anderen Ländern. Nur trifft die Rakete diesmal keine Taliban oder Huthi-Rebellen und auch keine unschuldigen Zivilisten, sondern einen Mann im Maßanzug, der gerade seine gepanzerte Limousine besteigt. Eine wuchtige Explosion, Trümmer regnen herab, der Rauch verzieht sich und die Welt wäre ein bisschen besser.

Das Ganze hätte sogar einen pädagogischen Effekt, wenn man es richtig anfängt, zum Beispiel mit einer öffentlichen Liste aller Zielpersonen. Nachdem der dritte oder vierte afrikanische Diktator vor seinen Schöpfer treten musste, ohne vorher all die ergaunerten Milliarden vom Nummernkonto in der Schweiz abheben zu können, wird unter seinen Kollegen vermutlich ein Umdenken einsetzen. Wie heißt es doch – das letzte Hemd hat keine Taschen!

Ja, ich weiß – so etwas ist illegal. Und falls morgen türkische Geheimdienstler meine Wohnungstür eintreten und mich in ein Foltergefängnis verschleppen, darf ich mich nicht wundern. Ich meine das Ganze ja auch nicht wirklich ernst. Aber man darf ja träumen…

Weltverbesserer