Cum hoc ergo propter hoc

Der menschliche Geist ist stets auf der Suche - nach Glück, nach Zufriedenheit, nach Sicherheit oder gar nach Erleuchtung. Wir versuchen alles zu verstehen, zu hinterfragen und zu begründen. Allerdings geben wir uns individuell mit sehr unterschiedlichen Granularitäten der Antworten zufrieden. Abhängig ist dieses von unserem Umfeld und unserem bisher gelernten bzw. antrainierten Verhalten.

Das viel zitierte "wieso, weshalb, warum" einer beliebten Kinderserie hat mindestens zwei Aspekte, die zu häufig unausgesprochen reichlich Potential für Missverständnisse und Konflikte bieten. Zum einen ist da der technische Aspekt von Ursache und Wirkung. Die Suche nach Vorbedingungen, die etwas eintreten lassen, ist die wissenschaftliche Methode und durch Wiederholbarkeit, objektive Messmethoden und Unabhängigkeit eines speziellen Untersuchers gekennzeichnet. Auf der anderen Seite steht die Suche nach einem metaphysischen Grund, nach dem Sinn (des Lebens). Diese Antworten sollen den Geist beruhigen, indem sie das Denken an einem Punkt beenden, bevor es psychisch und ggf. physisch unangenehm wird.

Den unterschiedlichen Suchern helfen die Antworten der anderen nicht nur nicht weiter, sie können sie in aller Regel auch nicht nachvollziehen. Wenn auch die Frage die selbe war, sind die Erwartungen an die Beantwortung nahezu unvereinbar. Dies zeigt der seit ewigen Zeiten bestehende und bisher ungelöste Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion. Wobei ich die Unterscheidung zwischen Religion und Glaube nicht nur an dieser Stelle wichtig finde. Im Glauben geht es um die persönliche Geisteswelt eines Individuums, während es in der Religion seit jeher um Macht und Geld geht. Darin begründen sich auch die häufig gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Religionen. Ähnlich verhält es sich mit dem lukrativen Markt der Pseudowissenschaftler, wie Astrologen, Impfgegnern und Homöopathen. Das Kantsche Zeitalter der Aufklärung scheint sich etwas in die Länge zu ziehen.

Es lohnt sich, Unwissenheit auszuhalten und sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden zu geben. Denn jede Frage kann der Anfang einer spannenden Reise sein, an derem (vorläufigen) Ende vielleicht ein faszinierender Zwergplanet steht, der einfach nur ist - unabhängig von mir.

Sonne, Mond und Sterne

http://www.stern.de/panorama/aktivist-kapert-astro-tv-sendung-und-fordert-lizenzentzug-5951926.html

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