Das NSU-Phantom

"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war." F.D. Roosevelt

Zschäpe will nicht schweigen, sie soll. Wiedereinmal scheint der Zufall zugeschlagen zu haben. Nach versehentlichen Aktenvernichtungen in den VS-Behörden, einer sich magisch selbst durchladenden Schrotflinte und einem akut taubstummen und blinden VS-Agenten geht das Kasperletheater der öffentlichen Angst in die nächste Runde. Aber auch die neuerlichen Erkenntnisse werden sicherlich bald zur Fußnote verkommen, wenn wieder Handgranaten in Müllcontainern gefunden werden und die Bong of Death die Grundfesten der Demokratie erschüttert. Zynisch, zugegeben. Nicht minder zynisch ist die Herrschaft des Terrors über die politischen Leitlinien. Und das nicht erst seit die GSG9 ein Loch in das Celler Gefängnis gesprengt hat oder eine ominöse Sicherheitsfirma ihre "Antiterrorübungen" durchführte. Zufälligerweise am 11.9.2001 in NYC und am 7.7.2005 in London. Was derlei symbolträchtigen Attentaten auf die Demokratie folgt, entspricht Schema F23 aus 1984. Heute die, morgen die. Die politischen Konsequenzen können jedenfalls nur eines sein: Radikal. Wird von rechts geschossen, kann die Antwort nur ultralinks sein, wird von links geschossen, dann entsprechend ultrarechts. So werden konvergierende Prozesse in Gang gebracht, die letztenendes das Beste aus den beiden Ultras vereinen und dem kriminalisierten und entrechteten Bürger den Angstschweiß von der fassunglosen Stirn blasen. Lebensmut inklusive.
Social engineering ist keine Frage von Jahren, sondern Generationen.
Die Zufallstheoretiker werden sicherlich wieder eine banale Erklärung parat haben oder ihr paradigmatisches Unverständnis zur Schau tragen. Spätestens wenn die nächste Sau mit Zeter und Mordio durchs globale Dorf getrieben wird, hat man auch wieder Wichtigeres zu tun. Mit Schnee von Gestern bekommt man keine Klicks und kompartimentiertes Wissen lässt außerdem keine Zusammenhänge zu.
Mutige Journalisten wie Gerhard Wisnewski werden geschasst und gehasst für das was sie machen. Die meisten Menschen wollen überhaupt keine Fragen, sondern schnelle Antworten. Schon gar nicht wenn irgendwo wieder einmal Islamisten an die Macht geputscht werden oder der scheinbar ideologische Erzfeind mit tonnenweise Gold durch die Alpen geschleust wird.
Putin will offenbar tonnenweise Geheimdokumente von 1930 bis 1989 "mit so einigen interessanten Namen" veröffentlichen. Gruß aus Panama. Was das für die Deutung dieses kunterbunten, historisch erstmalig globalen Zeitraums bedeutet, wird sich zeigen, falls man hierzulande überhaupt was davon mitbekommt.
Nur eines ist für mich sicher. Krieg bedeutet zunehmend das Verhältnis zwischen Information und Wissenden. Ich will keine Antworten, sondern Fragen. Ich befürchte, dass die vielen "hochgebildeten" (Fach-)Egos dem im virtuellen Wege stehen, auf dem es gilt am lautesten zu schreien.

Terrorismus

http://www.sueddeutsche.de/news/panorama/prozesse-nsu-terroristen-sollen-in-firmen-von-v-mann-gearbeitet-haben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-160407-99-489389