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Das Wort mit N

Wir Österreicher und Österreicherinnen blinzeln schon mal rüber zu unseren Nachbarn, dem Big Brother Deutschland. Dass ein Politiker dabei einen Sager losließ, der die Ohren schlackern lässt, haben wir hier mit unserem eigenen Wahnsinn ehrlich gesagt kaum mitbekommen.
Die Frage, die sich mir als Außenstehender stellt: Kann man das als Faux-pas und Unachtsamkeit werten oder ist so etwas von vornherein rassistisch?

Meine Oma sagt Neger. Meine Oma sagt auch Krüppel zu dem Mann, der sie auf einem Bein humpelnd manchmal besucht (obwohl sie mittlerweile im Rollstuhl sitzt und er in der Fortbewegungsfähigkeit eindeutig 1:0 gewinnt). Meine Oma ist aber auch 90, hat den Großteil ihres Lebens in eine Vorort eines Dorfes verbracht, das eine Stunde von der nächsten größeren Stadt entfernt ist (und die wiederum den Namen "größere Stadt" kaum verdient) und war nie in einer österreichischen Schule, verwendet die deutsche Sprache eben so, wie sie sie in den 40ern kennen gelernt hat. Kurz: Sie weiß es nicht besser. Sagt meine Oma so ein Wort, kann ich ihr sagen: "Hey, Oma, zu dir sagt auch keiner mehr Tschusch oder Jugo. Wenn du sagen willst, dass jemand eine dunkle Hautfarbe hat, dann sag das."
Oma nickt dann und bemüht sich.

Joachim Herrmann wurde 1956 geboren und das in München. Er müsste seit zumindest 20 Jahren wissen, dass dieses Wort schlicht und einfach nicht mehr in den Mund genommen wird. Der Zusammenhang mit einem vorhergehenden Ausschnitt, in dem eine Person diesen Ausdruck tatsächlich wirklich abschätzig gebraucht hat, macht die Sache für mich wenigstens inhaltlich ein wenig erträglicher. Dass ein Politiker dieses Formats trotzdem keine Sekunde überlegt, bevor er Roberto Blanco als wunderbaren Neger bezeichnet, stößt aber weiterhin ziemlich sauer auf.

Übrigens: Auch wir in Österreich hatten unseren "Neger"-Skandal: Ein EU-Abgeordneter der freiheitlichen Partei bezeichnete die EU als "Negerkonglomerat" und verteidigte sich damit, dass ihm eine solche Aussage nicht "erinnerlich" sei und es sich wahrscheinlich um eine semantische Fehlleistung handle.
Nun, wenn ich sagen dürfte, was ich denke, würde ich den semantischen Fehler begehen, Politiker, die heutzutage ein solches Wort gebrauchen, als Arschlöcher zu bezeichnen.

wunderbarer N.