Der Ton macht die Musik

Ich gehöre der Generation an, die noch Negerküsse gegessen hat. Neger hatte für mich stets die Denotation „Mensch mit schwarzer Hautfarbe“, nie kam mir der Gedanke an eine abwertende oder diskriminierende Konnotation, etwa in Richtung „Sklave“, „wild“ oder „kulturlos“, was bei Negerküssen auch irgendwie kontraproduktiv gewesen wäre. Und auch der Sarotti-Mohr ist für mich durchaus positiv belegt.
Natürlich findet man in der historischen Entwicklung des Begriffs Neger, ausgehend vom lateinischen niger (schwarz), einige verwerfliche Bedeutungen, denen sich z.B. der Rassismus bedient. Warum aber war es nicht möglich, die jahrhundertealten und seit Jahrzehnten überholten Begriffsinhalte durch eine politisch korrekte Bedeutung zu ersetzen? In Deutschland waren wir nach meiner Wahrnehmung doch schon auf dem Weg dahin.
Wie dem auch sein, wir sollten auch bei der Political Correctness ein bisschen mehr Gelassenheit an den Tag legen, macht doch der Ton die Musik. Minister Hermann zu unterstellen, er hätte „Neger“ rassistisch gemeint, ist absurd. Gut, dass der betroffene Roberto Blanco es genauso sieht: „Der Herr Minister hat seine Aussage sicher nicht böse gemeint. Ich fühle mich weder verletzt noch beleidigt und stehe da absolut drüber.“ http://www.bild.de/politik/inland/hart-aber-fair/joachim-herrmann-bezeichnet-roberto-blanco-als-wunderbaren-neger-42408132.bild.html

Rassismus

https://youtu.be/Tn9-v9jIIJg