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Der alte Traum vom Weltfrieden neu verpackt

Via Crowdfunding finanziert, in Eigenregie produziert und bei Sony Music veröffentlicht, liefert das Berliner Singer-Songwriter-Duo Berge mit „Vor uns die Sinnflut“ sein erstes Werk bei einem Major-Label ab – und klingt dabei doch alles andere als kommerziell. In zwölf Stücken besingen Marianne Neumann und Rocco Horn das moderne Leben und laden mit sensibel arrangierten und einfühlsam vorgetragenen Akustik-Popsongs zu dessen Entschleunigung ein.

Ihre Texte reichen dabei von poetisch kitschig bis sozialkritisch und auf den Punkt gebracht. Die Musiker bezeichnen sich selbst als Großstadt-Hippies und zelebrieren in ihren Liedern vor allem ihre – teils etwas naive – Vorstellung von einer besseren Welt und von einem Leben abseits der multimedialen Konsumgesellschaft. Das tun sie zielsicher und äußerst radiotauglich ohne sich dabei anzubiedern oder all zu tief in die Klischee-Schublade zu greifen. Von stillen und nachdenklichen Balladen wie „Die fetten Jahre sind vorbei“ bis zu schmissigen Sommerhits à la „Meer aus Farben“ hat „Vor uns die Sinnflut“ alles parat, was Freunde akustischer Klänge zum Seele baumeln lassen benötigen.

Besondere Aufmerksamkeit genoss im Vorfeld der Album-Veröffentlichung der Song „10.000 Tränen“, der den Tierschutz thematisiert und im Zuge einer Promotionaktion auf YouTube 10.000 Euro für die Tierrechtsorganisation PETA generieren konnte. Mit dem Titel beweisen Berge ihr Fingerspitzengefühl für Texte auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Emotionalität und liefern einen Song ab, der berührt und trotzdem selbst dem hartgesottensten Tierschützer nicht peinlich sein muss.

Gegenwärtig touren Berge in kleinem Stil durch die Bundesrepublik und deren Nachbarländer, spielen Konzerte vor weniger als 100 Zuschauern – das passt bestens zur intimen Stimmung der Musik, wird dem Potenzial der Band allerdings nicht gerecht. Die Songs des Albums sind über viele Jahre hinweg entstanden, klingen entsprechend reif und beinahe jeder einzenlne hat das Zeug zum Hit. Bis zum großen Durchbruch kann es da nur noch eine Frage der Zeit sein.

Berge – Vor uns die Sinnflut