Der beste schlechteste Film aller Zeiten: James Franco adaptiert „The Room“

Schonmal aus dem Kino rausgegangen, weil der Film zu schlecht war? Zweimal habe ich das gemacht: Bei „Repo Men“, ein dummer, wirrer Science-Fiction-Film mit Jude Law und Forest Whitaker, und bei „Tamara Drewe“ (in Deutschland „Immer Drama um Tamara“), eine schrecklich peinliche und unkomische britische Komödie. Zu meiner Verteidigung: Beide Vorführungen waren Sneak Previews, so dass ich nicht wusste, was mich erwartet. Das Eintrittsgeld war mir in dem Moment egal, ich wollte nur nicht weiter leiden und mich fremdschämen müssen.

Es gibt aber auch Filme, die sind schlecht, aber „in a good way“. Wir alle wissen, wovon ich spreche: Von Kult, Trash, Kitsch, Camp etc., von Ed Wood, „Turkish Star Wars“, „Battlefield Earth“ – oder auch neueren Perlen wie „Birdemic“ oder „The Room“. Letzterer wurde 2003 von Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Tommy Wiseau verbrochen. Wiseau selbst ist in mehrfacher Hinsicht ein Mysterium: Sein seltsamer Akzent, Geburtsjahr und Herkunft unklar (Osteuropa in den 50ern, wird gemunkelt) und die Frage, woher der Lebenskünstler sechs Millionen Dollar nahm, um dieses sehr persönliche Projekt zu verwirklichen.

Der Film, ein Liebesdrama mit dem Handlungsort San Francisco, ist auf jeden Fall so schlecht, dass er natürlich nicht traditionell erfolgreich wurde, aber schon bald eine weltweite Kult-Fanszene entwickelte. Mitternachtsaufführungen, Kostüm-Partys, eine Welt-Tour, Reviews von hippen Youtube-Kanälen folgten und ließen das bizarre Meisterwerk immer bekannter werden. Wer eine Kurz-Einführung möchte, sollte bei Youtube nach „The Room“ und „Nostalgia Critic“ suchen – die humoristische Rezension schafft es perfekt, die lächerlichen und surrealen Aspekte des Films hervorzuheben.

Die Fan-Begeisterung geht so weit, dass ein weiterer Film angekündigt wurde: James Franco zeichnet verantwortlich für Drehbuch und Regie und spielt die zentrale Rolle von Tommy Wiseau in der Verfilmung des Buchs „The Disaster Artist“, das wiederum von einem der an „The Room“ beteiligten Schauspieler geschrieben wurde. Franco ist selbst eine durchaus mehrschichtige Figur: Oscar-nominiert für das Bergsteiger-Drama „127 Hours“ und Star von ernsten Filmen wie „Rise of the Planet of the Apes“ oder „Milk“, aber auch von teils pubertären, meist unterhaltsamen Blödeleien wie „This Is The End“ oder der aufsehenerregenden Nordkorea-Komödie „The Interview“. Er scheint also ein durchaus passender Kandidat zu sein für die Darstellung von Wiseau, der übrigens selbst auch an der Produktion beteiligt sein soll. In welcher Form oder Rolle – das ist bisher noch nicht bekannt.

The Room

http://www.tracking-board.com/exclusive-seth-rogen-in-talks-to-star-in-james-francos-room-drama-the-disaster-artist/

Anzeige: