Die Afd versuchen zu verstehen?

Die öffentliche Meinung artikuliert sich nach Rechts - Das ist keine Hysterie sondern ein bedauernswertes Faktum.
Die zunehmende Bedrohungslage durch den allgegenwärtigen Terrorismus, sowie langjährige Versäumnisse in der Politik resultieren in einer beispiellosen Politikverdrossenheit. Das Gros der Bevölkerung wünscht Veränderung und die AfD scheint das für viele durchführen zu können. Die etablierten Parteien stagnieren in den Umfragen und sind ohnmächtig dem neuen politischen Gegner gegenüber. Doch wie sollte man mit der rechtspopulistischen Strömung umgehen. Jeder geht seinen eigenen, individuellen Weg. Der gravierendste Fehler der Teilen der Bildungselite jedoch unterläuft, ist die Kreation von einer Art "Gegenpopulismus". Statt dem löchrigen Wahlprogramm mit faktenbasierter Argumentation entgegenzutreten, wird diffamiert und diskredetiert in unzumutbarem Ausmaß. Es ist nicht förderlich für die politische Glaubwürdigkeit, wenn man möglicherweise sogar berechtigte Kritiken diskreditiert und einen nationalsozialistischen Hintergrund andichtet. Das führt zu einer weiteren Polarisierung der Debatte und zu einem wilden Pottpuorri aus Denunzierungen und Unverständnis.
Durch Isolation nämlich, wird das "Wir-Gefühl" der Parteianhänger noch verstärkt und der Eindruck erweckt, die Demokratie wünsche keine kontroversen Thesen. Das ist ein grundlegender Irrtum. Demokratie ist auf Meinungen angewiesen, solange sie die freiheitliche Grundordnung achten. Wenn sich jemand fragt warum nie Geldmittel für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung standen, aber wenn plötzlich, durch dringenden Bedarf für Flüchtende, sozialer Wohnungsbau gefördert wird, dann ist das durchaus eine legitime Kritik und kein wüster Hass auf das Establishment. Wer in gleicher Weise Differenzierung im Islam fordert, der hat auch innerhalb der rechten Parteistruktur zu differenzieren. Besonders in der Afd, die vermutlich eine der heterogensten Parteien überhaupt ist.
Sicher, Rechtsradikale in den Reihen dürfen nicht ignoriert werden und die Parteimitglieder mit nationalsozialistischer Gesinnung müssen auch dafür zur Rechenschaft gezogen werden, genau wie sich die Übrigen Parteimitglieder von solchen Individuen zu distanzieren haben.

Auch die Altparteien reagieren mit einer gefährlichen Strategie. Anstatt den aktuellen politischen Kurs zu fundieren und ihn zu stabilisieren ist eine krampfhafte Umorientierung zum Afd-Kurs zu vernehmen. Das wiederum gefährdet die Demokratie, weil die meinungstechnische Diversität nicht gewährleistet ist und ein Vakuum entsteht, das durch widerliches Duckmäusertum gefüllt wird.

Die einzige wirksame, intellektuelle Waffe gegen die schleichende Verrohung der Gesellschaft ist also der Dialog. Inhaltliche Argumentation. Partielles Verständnis. Die Zukunft wird zeigen ob eine Partei, die auf abstrakten Ängsten aufgebaut ist langfristig Erfolg hat, oder ob eine, vielleicht positive Tendenz bald das Meinungsbild der deutschen Gesellschaft repräsentieren wird.

Afd

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