Die Geißelung der Raucher

Im Restaurant, im Café, in öffentlichen Einrichtungen und vielleicht auch bald im eigenen Auto - sofern Kinder mitfahren, gilt Rauchverbot. Auf Werbeanzeigen und jeder Verpackung prangen große, abschreckende Warnhinweise, um auf die Folgen der Tabakkonsums aufmerksam zu machen. Der Raum zum und der unbeschwerte Genuss am Rauchen werden immer weiter eingeschränkt. Und so mancher fragt sich: Wo fängt die Regelungswut an, wo endet der Paragraphenwahn.

Obwohl - bei näherem Hinsehen lässt sich ein Muster erkennen. Der Staat verabschiedet Gesetze und Verordnungen, um das Zusammenleben der Bevölkerung zum Wohle des einzelnen Bürgers zu reglementieren. Hierbei geht es in den meisten Fällen um das Spannungsfeld zwischen Freiheit auf der einen Seite und um Sicherheit auf der anderen. Sofern die freie Entfaltung des einen die körperliche oder seelische Gesundheit eines anderen schädigen kann, greift die Legislative schützend ein.

Die negativen Auswirkungen des Tabakrauches auf umstehende Menschen ist in diversen Untersuchungen bestätigt worden. Insofern ist die gesetzliche Regelung des Nichtraucherschutzes auf jeden Fall eine Prüfung wert. Hierbei stellen sich die Fragen, ob die meisten Menschen diszipliniert genug sind, die Schädigung anderer zu unterlassen und welche Folgen die Schädigung für die Mitbürger haben kann. Ersteres ist bei Rauchern leider wenig ausgeprägt, was auch die ausschweifende und zum Teil verbohrte Diskussion in der Nichtraucherdebatte zeigt. Der Umfang einer Schädigung lässt sich zwar nicht individuell sicher bestimmen, ist aber messbar.

Aus diesen Gründen finde ich es verständlich und auch notwendig, den Tabakkonsum örtlich einzuschränken, aber den Besitz und das Rauchen nicht zu verbieten. Bei anderen Dingen, die Mitmenschen gefährden, greift der Staat schließlich auch ein, z.B. Auto fahren, Sportschützen, Sprengstoff und Kampfhunde.

Eigentlich kennt jeder Raucher die Folgen seiner Sucht, da diese aber relativ abstrakt und nicht sofort spürbar sind, ist die Hemmschwelle zum Glimmstengel zu greifen sehr gering - leider wird dadurch auch die Einschätzung der Gefahr für andere stark erschwert. Die Aufdrucke auf den Packungen können ein probates Mittel sein, die Selbstreflektion zu erhöhen.

In diesem Sinne könnte ich mir auch gut und zielführend vorstellen, wenn bei jedem Starten des Autos im Amaturenbrett zu lesen wäre: "Mit diesem Auto können Sie sich und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zufügen. Fahren Sie daher bitte vorsichtig."

Nichtraucher

http://www.rauch-frei.info

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