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Die Glaskuppel in der Eiswüste.

Im Gegensatz zu den Beatles, den Stones, den Who, Reinhard May und Boney M haben die Beach Boys nur eine ganz marginale Rolle in meiner Kindheit und Jugend gespielt. Die waren weder mit den in der Pubertät für jedes Kind wichtigen agressiven noch mit den schlüpfrigen oder schwülstigen Erfahrungen verknüpft. Cooles Insidertum gab es damals noch keines, also auch keine musikalischen Geheimtipps. Das kam erst später, als man die grossen Leuchtfeuer des Rock’n Roll alle pflichtschuldig abgeklappert hatte. Ich besaß dann in den 1980er-Jahren mal eine Originalkassette von den Beach Boys namens “Keepin’ the Summer Alive” - mehr als die unaufregende Musik (ein langweiliges Chuck Berry-Lied und andere müde Songs) faszinierte mich das Cover: Alte Männer mit Goldkettchen und unhippem Sommergewand auf einem Ministrand, eingeschlossen in einer kleinen Glaskuppel, ringsum nichts als karge Eiswüste. Das hätte ich sofort mit Ozymandias` Reich in der Antarktis in Verbindung gebracht, hätte ich die famosen “Watchmen” damals gekannt, aber Alan Moore hat die ja erst ein paar Jahre danach geschrieben. Abseits dieser Spekulationen waren die Beach Boys im Jahrzehnt von Klaus Nomi, Synthesizerpop und Postpunk ja sowieso echt das aller-allerletzte. Erst viel später wurde mir klar, dass diese Band abseits aller Klischees in den späten 1960er-Jahren ein paar vollkommen unglaubliche Meisterwerke der Popmusik geschaffen hatte. Und daß die eine Irrsins-Geschichte von Dekadenz, Wahnsinn und Tod auf dem Buckel hatten. Aber davon habe ich als Kind und Jugendlicher zum Glück nichts gewußt.

Beach Boys