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Die Götter kehren zurück.

IRGENDETWAS wird passieren. Irgendetwas muss passieren, und das schon bald. Da braucht man nicht in den alten Schriften des ollen Nostradamus nachblättern und nach einem Reim suchen, der den dritten Weltkrieg voraussagt.Die Anzeichen mehren sich: Das Wetter verändert sich, scheint in seinen Stürmen und seiner Hitze viel wütender als noch vor ein paar Jahren. Wenn es schläft, Pause macht, sich sammelt zur nächsten, Naturkatastrophen auslösenden Attacke, friert die Welt ein, wird zu ewigem Frostgebiet, nur um dann wieder zu heißer, bebender Erdscholle zu mutieren, die auseinanderzerrt und bricht, den heißen Höllenschlund offenbart, um uns endgültig zu verbrennen und zu verschlingen. Es ist Endzeit, und wenn einem das Zeitungen oder das Fernsehen oder die wütend protestierenden Massen noch nicht klar genug gemacht haben, tut das die Literatur. Wie eine Gatling-Gun mit wild rotierendem Magazin spuckt diese im Minutentakt Survival-Ratgeber, Zombie-Epen und quasi-religiöse Traktate aus. Religiös? Das neue Kind der spekulativen Fiktion hört auf den Namen Godpunk und behauptet, die Götter seien zurückgekehrt, und sie sind definitiv nicht gut auf uns Erdenkinder zu sprechen. Die Idee ist aber auch tatsächlich so reizvoll: Dass wir Menschenkinder von Göttern erschaffen wurden, enthebt uns automatisch jeder Sinnsuche und wenn diese Götter dann plötzlich (in leibhafter Form) zurückkehren, leben wir unser persönliches B-Movie: Die sind dann nämlich mit den schlechtesten menschlichen Attributen ausgestattet wie Neid, Gier, Missgunst und jeder Menge schlechter Laune. Ergo: Sie müssen bekämpft werden, wie zum Beispiel in der mega-erfolgreichen “Pantheon Series” des US-Autors James Lovegrove. Wahlweise (nach Buch) in diverse Zeitalter und deren zugehörige Götter aufgeteilt, schickt Lovegrove Horden von Soldaten (vom Spezialteam bis zu ganzen Armeen) in den blutigen Kampf gegen Shiva, Odin oder schlußendlich auch gegen den alten “Lichtbringer” Satan höchstpersönlich. Dasselbe Prinzip, wenn auch weniger martialisch, verfolgt der deutsche Autor Markus Heitz, der sich nach fünf Bänden Völkerromane mit den allerkleinsten aller Fabelwesen, den Zwergen, nun den richtig grossen Brocken, den alten Göttern zugewandt hat. In einem epischen Ebook-Serial (alleine die erste Staffel umfasst 10 Bände mit jeweils 100-200 Seiten Umfang) muss ein atheistischer (sic) Interpol-Ermittler namens “Malleus Bourreau” wegen des Diebstahls wertvoller Artefakte ermitteln, nur um dann zu bemerken, dass die Herrschaften, die diese Artefakte zu ihrem Eigentum erklären, nicht menschlicher, sondern göttlicher Natur sind. Diese “alten Götter” sind also tatsächlich 2012 auf die Erde zurückgekehrt. Hatten sich damals noch zahllose Menschen wegen des ominösen unvollendeten Maia-Kalenders noch sehr real in die Hosen geschissen, ist es nun natürlich sehr einladend, im Nachhinein um dieses Datum eine apokalyptische Story zu bauen. Bis die nächste Katastrophe angekündigt wird. Und wieder nicht passiert. Oder dann eben doch?

Godpunk