Die Tabus der Sexualität und deren Aufhebung

Seitdem Sigmund Freud und Wilhelm Reich die menschliche Sexualität erforschten und beschrieben, wissen wir, wie wichtig der Sexualtrieb und die sexuelle Befriedigung für das Leben der Menschen ist. Und sie ist Teil der menschlichen Natur, also natürlich. Die Religionen jedoch belegten sie mit einem Tabu und viele Neurosen, Aggressionen und Psychopathologien basieren auf der Unterdrückung der Sexualität. Wilhelm Reich beschrieb diese Unterdrückung in "Die Massenpsychologie des Faschismus" gar als Quelle des autoritären Charakters und der "emotionalen Pest", eine Charakterneurose, die die menschliche Destruktivität freisetzt und sich mittels niederer Instinkte austobt.

All diese Erkenntnisse wurden in Deutschland durch den Nationalsozialismus verdrängt und wurden erst durch die sogenannte "sexuelle Revolution" während der Studentenrevolte ab 1968 wieder entdeckt und publiziert.

In den Schriften zur Integration der Geflüchteten fehlt dies. Zwar wird darauf hingewiesen, dass Zwangsheirat in Deutschland verboten ist und dass die Menschen ihre Ehepartner*innen auf Basis von Zuneigung/Liebe wählen, aber es fehlt, dass sowohl Jungen wie auch Mädchen die Möglichkeit haben sollten, ihre Sexualität auszuprobieren, d.h. das Verbot, dass es vor der Ehe keinen Geschlechtsverkehr geben darf, muss in Frage gestellt werden. Und natürlich müssen Mächen und Frauen gestärkt werden, damit sie glücklich leben können.

In streng religiösen Familien, besonders im katholischen Christentum oder auch im Islam wird die Sexualität immer noch tabuisiert. Staatlicherseits wurde Aufklärung - auch über Verhütung - wenig gefördert. Dies muss sich ändern, damit die Tabus und die daraus resultierenden Neurosen und Psychopathologien beseitigt werden.

Doch zuvor kommt es darauf an, den Geflüchteten geeignete Wohnungen zu besorgen. Denn in den Massenunterkünften, in denen viele von ihnen momentan zusammgepfercht hausen müssen, existiert keine Privatsphäre. Diese aber ist Voraussetzung für praktizierende Sexualität. Und natürlich gilt dies auch für Jugendliche, die unter der Wohnungsnot leiden und keinen wirklichen Raum für sich haben, um ihre ersten sexuellen Erfahrungen zu machen.

An Menschen ohne eigene Wohnung Verhütungsmittel zu verteilen, ist in etwa so sinnvoll, wie die Vergabe eines Gutscheines für einen Tanzkursus an jemand, der gerade einen Beinbruch erlitten hat und sich nur mittels eines Rollstuhles oder auf Krücken fortbewegen kann.

Flüchtlingsdebatte

http://www.profamilia.de/pro-familia/presse/pressearchiv/meldungen-2015/sexuelle-und-reproduktive-menschenrechte-gelten-auch-fuer-fluechtlinge.html

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