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Die Wahrheit über Channeling

Heute mal ein Bericht über das sogenannte “Channeling”: Diese Form der “Weitergabe” von Botschaften toter Menschen, früher oder auch nie verkörperter Wesen stößt genauso auf leidenschaftliche Ablehnung wie auf begeistertes Fantum. Die vermeintliche Erfüllung der Sehnsucht des Menschen, in eine komplexe und befriedigende Zwei-Wege-Kommunikation mit etwas zu treten, dass materiell nicht in unserer Realität existiert, prallt auf das Problem, dass es so gut wie keinen stichhaltigen Beweis dafür gibt, dass dieser Vorgang tatsächlich stattfindet. Die Prämisse dafür würde jedem Exorzisten den Schweiss auf die Stirne treiben - ein Mensch stellt sich als “Kanal” zur Verfügung, durch den “etwas” ausserhalb seiner “normalen” Wahrnehmung eine Botschaft durchgeben kann. Zugegebenermassen klingt das sehr nach einem Science Fiction-Roman von Philip K. Dick, verdeutlicht aber das Prinzip, um das es bei “Channeling” geht, am besten - ein menschliches Wesen gibt seine Integrität auf und lässt es geschehen, dass es als “Radio” oder “Telephon” für Weitergaben der Anderswelt dienen kann. Solche Arten von Weitergaben sind schon seit dem Altertum bekannt (man denke nur an die verschiedenen “Orakel”), richtig salonfähig wurde das Channeling allerdings durch den Spiritusmus im 19. Jahrhundert - vor allem weibliche “Medien” vermittelten da, unterstützt durch Klopfgeräusche, Ektoplasma (schaumartiges Material, das bei einem Medium aus den Körperöffnungen tritt, vgl. Charles Richet, “Grundriss der Parapsychologie und Parapsychophysik”, Stuttgart, 1923), durch sogenannte “Geistertrompeten” und ähnliches Brimborium spektakuläre Botschaften aus dem “Totenreich” - oftmals mit ziemlich irdischer Unterstützung. Obwohl es auch in den Jahren des Zweiten Weltkriegs heimliche Zusammenkünfte zum Zweck der Weitergabe spiritueller Botschafte gegeben haben soll, sorgte doch erst das Aufblühen der Hippie-Bewegung in den 1960er-Jahren für eine weite Verbreitung des “Channelings”. Von “Seth” über “Ramtha”, “Kryon” und wahren Heerscharen von “Aufgestiegenen Meistern” bis zu “Jesus” oder Gott selbst reicht die Palette mitteilungswilliger Wesenheiten aus spirituellen Welten und Dimensionen. Bei dieser Überzahl kam es auch zu kuriosen Situationen, wie zum Beispiel zu mehreren Gerichtsprozessen zwischen dem millionenschweren US-Medium J.Z. Knight und anderen “Medien”, wer denn nun das Recht habe, die Trance-Wesenheit “Ramtha” channeln zu dürfen - seitdem ist Ramtha wohl der erste “Geist”, der ein Copyright-Zeichen in seinem Namen führt. Wenden wir uns den “Weitergaben” zu - 1989 hat der investigative Journalist Joe Fisher in seinem Buch “The Siren Call of Hungry Ghosts” recht eindringlich vor der “Gefährlichkeit” medialer Weitergaben gewarnt, und hat sich im Jahr 2001 kurz nach dem Erscheinen der Taschenbuchausgabe von einer Klippe gestürzt (sein Verlag informierte in einer kurzen Notiz auf der Homepage, dass Fisher sich von den untersuchten Geistern “verfolgt” gefühlt habe). Ohne dem Verstorbenen zu Nahe treten zu wollen, denken wir da doch eher an die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung, die zu diesem tragischen Freitod führte, denn die Mehrzahl der sogenannten “Weitergaben” die man in den vielen Büchern zum Thema studieren kann, kranken an etwas ganz anderem, nämlich an esoterischer Beliebigkeit. Der indische Gelehrte Jayadvaita Swami schreibt dazu treffend: “Much of the material transmitted tends to be stereotypical. The wisdom and insights dispensed by “departed spirits” often consist of a tired litany of new-age platitudes. For discriminating minds, this doesn’t create a lot of confidence. Most material generated by mediums or channels is unfalsifiable—there’s nothing specific enough to either prove or disprove. Even when material is specific and impressive and fraud seems ruled out, explanations other than communication with departed souls are available, and almost always more likely.” Selbst wenn bewusster Schwindel ausgeschlossen werden kann, sind die Hintergründe für die übermittelten Botschaften meistens recht profan, dem Medium oft nicht einmal bewußt. Da tauchen verschüttete Informationen und Erinnerungen auf (in der Psychologie nennt man dieses Phänomen “Kryptomnesie”), viele Informationen werden vermutlich auch unbewußt vom “Fragenden” an das Medium bereits in einem Vorgespräch übermittelt. Und da sich solche Medien meistens in einem vom New Age geprägtem Umfeld bewegen, ist auch der Inhalt der Botschaften von diesem Umfeld beeinflusst und gibt genau das wieder, was die Teilnehmer, die diesem Umfeld nahestehen, sich von so einer Sitzung bzw. “Weitergabe” erwarten. Ausnahmen von der Regel gab es natürlich, ein Phänomen ist zum Beispiel das Medium Jane Roberts, deren Trance-Wesenheit “Seth” in den 1960er-Jahren bei seinen “Lectures” manche Erkenntnisse aus der Quantenphysik vorwegnahm, die damals einer breiten, nicht akademisch geschulten Öffentlichkeit nicht bekannt waren. Die anderen 99 Prozent der sogenannten “Channeling-Literatur” sind leider, man muß es ehrlich zugeben, ein aufgeblähtes Nichts; bestenfalls hat das New Age die Funktion einer erlahmten und in ihre eigenen Konflikte verstrickten katholischen Kirche übernommen und deren “Engel” durch “Devas”, und die Lehren aus der Bibel durch liebliche Eso-Literatur ersetzt.

Channeling