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Die verkackteste Show der Welt

Gestern bin ich beim Stöbern auf meinem Streaming-Anbieter über eine Perle des Privatfernsehens gestolpert. Die Millionärswahl war eine Show, die gemeinsam von Pro Sieben und Sat1 ausgestrahlt und von Brainpool (der Mutter von Stefans Raabs und anderen Showkonzepten) produziert wurde. Die Idee: Eine demokratische Wahl eines Millionärs. Die Teilnehmer zeigen, was sie mit einer Million anstellen würden und die Wähler suchen sich aus, wer es am meisten verdient.
So weit, so gut. Oder schlecht, denn die Millionärswahl war ein Projekt, das so derart den Bach runter ging, dass es schon wieder sehenswert war. Der Moderator Elton und seine Kollegin versuchten wirklich, sich ins Zeug zu legen, aber die Show war so seltsam und kompliziert, dass man dauernd das Gefühl hatte, niemand hätte wirklich eine Ahnung davon, was hier eigentlich richtig wäre. Falsche Einspieler, falsche Zahlen, falsche Namen, falsche Nummern, irgendwie war der Wurm drin.

Als das Voting für die Finalrunde vorbei war und die Stimmen gezählt wurden, kam sehr schnell raus, dass ein bestimmter Kandidat eindeutig die Nase vorn hatte. Sowohl beim Internetvoting als auch beim Telefonvoting lag er eindeutig vorne und sämtliche Zuschauer waren offensichtlich klar für ihn. Als dann erklärt wurde, dass sich nun noch die Kandidaten selbst gegenseitig Punkte geben würde, ging es für den Favoriten eigentlich ähnlich weiter: Er lag am Schluss 3 Punkte vorne und der letzte Kandidat konnte seine vier Punkte noch verteilen. Blöd nur, dass er sie an den zu diesem Zeitpunkt Zweitgereihten "verteilte" und somit das Voting entschied: Der Letztplatzierte der Internet- und Telefonvotings war also im Finale. Bis zu diesem Zeitpunkt war klar, wer gewinnen würde, nun hatte eine einzige Person dagegen entschieden. Im Saal herrschte Totenstille, abgelöst von extrem zögerlichem Klatschen und Buh-Rufen. Noch am selben Abend musste Elton Schadensbegrenzung betreiben und war die ganze Nacht auf seinem Facebook-Account aktiv.

Doch das war nur der Anfang eines unfassbar gnadenlosen Scheiterns, das darin endete, dass die ganze Sendung massiv abgekürzt und das Finale der Show nur mehr als Live-Stream ausgestrahlt wurde. Was die Quoten betraf, so hatte der Tweet von ProSieben selbst zu dem Thema wohl mehr Erfolg als die Sendung selbst: "Fakt 1: Die Quoten sind eher beschissen. #Millionärswahl".

Es mag irgendwie sadistisch sein, aber ehrlich gesagt, hab ich mich ziemlich gut unterhalten gefühlt – denn wann kann man einer Showidee schon so sehr beim Scheitern zusehen?

Millionärswahl