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Ein Köder für die Bestie?

Seit über drei Wochen habe ich nun schon Urlaub. Unlängst befinde ich mich in der letzten Woche und was soll ich sagen? Gar Wunderliches geschieht. Aber erst mal zwei Schritte retour. Fangen wir vor dem Anfang an.

Wie immer habe ich mich ewig auf meinen großen Urlaub gefreut. Wie immer kam er dann endlich. Und wie immer verging er rasend schnell. Wie immer hatte ich mir viel vorgenommen. Wie immer genoss ich das Nichtstun und das Privileg es ruhig angehen lassen zu können. Wie immer habe ich letztendlich so gut wie nichts auf die Reihe bekommen!

Dann, nach den ersten zwei Wochen, bereits das Einsetzen des Urlaub-Endzeitblueses bei mir. Das fängt auch immer früher an. Bescheuert! Neue Ziele wurden rasch gesteckt. Endlich in die Gänge kommen! Wenigstens ein bisschen was schaffen oder erledigen. Doch mittlerweile vergehen die Tage bereits zu schnell, schon weil ich immer später aufstehe.

Als ich noch studiert habe schaffte ich es in den ewig langen Semesterferien auf diese Weise irgendwann gegen zehn Uhr aufzustehen. In der Nacht! Und ich hatte noch genug Ferien vor mir, dieses Spiel weiter zu treiben, bis ich rechtzeitig wieder zum adäquaten Frühaufsteher wurde, ganz von selbst. Aber das geht heute nicht mehr. Leider. Aber zurück zum Thema.

Bis vor Kurzem noch war ich seltsam lustlos und bedrückt. Bald ist er vorbei der liebe Urlaub, der so lange hatte auf sich warten lassen. Und seit etwa zwei Tagen geschieht nun etwas Bemerkenswertes. Je näher die elendige Arbeit wieder rückt, desto froher werde ich! Das drohende und nahende Joch pumpt dem noch vor Kurzem zu reizlosem und sinnenleertem Ansinnen verkommenen Unternehmungsgeist plötzlich wieder Frischblut in die vertrockneten Venen. So kommt es mir vor.

So sehr es mich auch graust vor der wiederkehrenden Tretmühle, sie scheint das andere Dasein erst mit Leben anzureichern. In der äußeren Welt ermöglicht Licht den Schatten. In der inneren Welt ist es scheinbar umgekehrt. Der Schatten bedingt das Licht. Nur so als Bild, ich verkaufe keine heilenden Kristalle...

Wenn ich nun selbstständig wäre, so sehr ich mir das auch immer herbeisehne und schön träume, könnte ich überhaupt bestehen mit zu viel Freiraum und ohne ein wenig externer Galle, die einen diese Freiheit erst süß schmecken lässt? Ist das vielleicht auch eine Typ-Frage? Bin ich ein Typ, der das Elend zum Leben braucht?

Man kann so viel um die Ohren haben, dass nichts anderes mehr geht. Aber zu viel Freiheit zu besitzen erscheint mir aus Erfahrung auch problematisch. Deswegen schiebt man wohl auf, bis es fast zu spät ist. Vielleicht liegt gerade ein Weg um die Aufschieberei herum aber darin, nicht völlig freie Hand zu haben? Möglicherweise ist es ratsam sich noch etwas anderes mit weniger Planungsfreiheit in den Weg zu legen, das die vorgebliche erste Geige spielt, so dass die heimliche Hauptsache zur willkommenen Ablenkung wird? Dann ginge eventuell das Zweitrangige der Aufschieberitis in die Falle und die gäbe sich ausgetrickst zufrieden. Irgendwie so. Nicht dass ich es wüsste. Man müsste mal einen Weg finden es auszuprobieren.

Prokrastination