Ein gelungenes Beispiel von Motivieren in der Schule

Ein Mausefallenauto ist ein Gefährt, dass nur durch die Feder einer klassischen Mausefalle angetrieben wird.

Es kommt dabei darauf an, dass es mit diesem Antrieb möglichst lange durchhält und im Wettbewerb mit anderen die weiteste Strecke zurückgelegt.

Diese Aufgabenstellung brachte mein Sohn eines Tages aus der Schule mit nach Hause. Also machte er sich an die Arbeit, ich unterstützte ihn dabei. Zunächst baute er ein Gefährt aus Playmobil-Bauteilen (Bodenplatte, Räder usw.) und natürlich der Mausefalle. Ein Schaschlik-Spieß wurde an dem Schnappbügel der Mausefalle befestigt und ein Faden an die Spitze gebunden, der auf die Hinterachse gewickelt wurde. Durch die Feder der Mausefalle wurde das Band von der Achse abgezogen und somit das Auto in Bewegung gesetzt. Es fuhr immerhin schon 2-3 m. Dann haben wir verschiedene Materialien ausprobiert, um das Gefährt leichter zu machen. Dabei haben wir auf einer schrägen Rampe (ohne Antrieb durch die Mausefallenfeder) jeweils die Laufeigenschaften getestet, um zu sehen, wie sich die Anpassung auf die erreichte Strecke bemerkbar macht. Diese Rampe war ein wesentliches Element, um die Fortschritte in der Technik messen zu können und ein wesentlicher Lerneffekt für meinen Sohn zu sehen, dass man Veränderungen mit so einer Hilfe separat bewerten kann.

Er brachte viele eigene Ideen ein und wir konnten feststellen, ob eine Veränderung auch eine Verbesserung brachte oder nicht. So verbesserten wir die Konstruktion sukzessive. Letztlich kam dabei heraus, dass eine leichte Konstruktion aus Balsaholz und CDs als Räder schon einen wesentlich besseren Effekt brachten als die anfängliche Playmobilkonstruktion. Einen entscheidenden Fortschritt erzielten wir, indem wir Kugellager (aus dem Modellbau) in die Achsen einbauten.

Unser Mausefallenauto siegte mit 33m mit Abstand über die Mitbewerber! Viel später erfuhr ich dann durch das Internet, dass es in den USA Wettbewerbe gibt, bei denen über 100m erreicht werden. Aber ich denke, wir haben dabei viel gelernt und erreicht, und hier war der Weg des Konstruierens das Ziel des Lerneffektes.

Ein gutes Beispiel, dass man in der Schule auch mit solchen Experimenten motivieren kann. Dabei wurde die Motivation noch durch die Wettbewerbs-Situation gepusht. Das ist für Schüler viel spannender, als dröger theoretischer Unterricht.

Schule

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