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Eindimensional, aber amüsant

Als Theaterstück in vielen Städten ein echter Dauerbrenner, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch ein Kinofilm kommt. Sönke Wortmann („Der bewegte Mann“, „Das Wunder von Bern“) hat sich nun der Aufgabe gestellt, das explosive Klassenzimmer-Kammerspiel auf die große Leinwand zu übertragen und geht dabei in Sachen Dramaturgie und Besetzung auf Nummer sicher. Vor allem Anke Engelke als ignorante Karriereziege hat hier ihre Paraderolle gefunden, auch die anderen Darsteller*innen, u.a. Justus von Dohnányi und Ken Duken, machen ihre Sache gut. Und am Ende, so viel sei verraten, wartet eine Pointe, die sich gewaschen hat.
Und die Moral von der Geschicht'? - Wenn Kinder in der Schule versagen, sind die Eltern schuld. Ja, in „Frau Müller muss weg“ sind die Erziehungsberechtigten alle auf die eine oder andere Art (übertrieben) bescheuert, der Lehrkörper - hier vertreten durch die angeprangerte Frau Müller - steht dagegen als durchweg kompetenter Kinderversteher mit reinweißer Weste da. Das mag ja in der Realität in manchen Fällen zutreffen, aber mit dem simplen Schema „kontraproduktive Eltern - patente Lehrerin“ macht es sich der Film dann doch zu einfach - jedenfalls lässt sich die deutsche Bildungsproblematik damit allein sicher nicht erklären. Das Schulsystem und die dahinterstehenden Politik werden hier als Faktoren komplett ausgeblendet. Ein bisschen schade, denn hätte man sich getraut, dem Theaterstück von Lutz Hübner noch ein paar weitere Blickwinkel hinzuzufügen, wäre das Ganze nicht nur realistischer gewesen, sondern hätte obendrein noch ein größeres Gagpotenzial gehabt. Aber auch wenn die einseitige Betrachtung das entgleiste Elterngespräch ein bisschen flach erscheinen lässt, amüsant und kurzweilig ist es allemal.

Frau Müller muss weg

https://www.youtube.com/watch?v=PCtmZwCMI00