Eklat bei den Hugo-Awards: George R.R. Martin meldet sich zu Wort

Die „Hugos“ sind jährlich vergebene Preise für besondere Leistungen in den Genres Science Fiction und Fantasy – sie zählen mit zu den renommiertesten Preisen, die in dieser Branche vergeben werden. Mit einer Geschichte, die bis in die 50er Jahre zurückgeht, haben die von der World Science Fiction Society verantworteten Hugos einen großen Einfluss auf die Szene, die stark von Fan-Kultur getragen wird.

Vor ein paar Tagen wurden im Rahmen der Messe Worldcon die Hugos 2015 verliehen, wobei es zu einem Eklat kam, der sich bereits in der Nominierungsphase angekündigt hatte. Im Vorlauf der Preisverleihung sind sämtliche Mitglieder der World Science Fiction Society vorschlags- und stimmberechtigt. Neben Stimmen für die Nominierten gibt es auch die Möglichkeit, für „No Award“ zu stimmen – also für keine Vergabe des Preises.

2013 kam eine Gruppe mit dem Namen „Sad Puppies“ zum Vorschein, deren erklärtes Ziel es war, mit so genanntem „bloc voting“ die Verleihung zu beeinflussen. In der Sicht der „Puppies“ waren die Hugos von einer Tendenz befallen, eher linksgerichtete Autor/innen und Künstler/innen zu bevorzugen. Von einem Großteil der Sci Fi/Fantasy-Community wurden die „Sad Puppies“ und vor allem die „Rabid Puppies“, eine radikalere Splittergruppe, allerdings als übermäßig konservativ und reaktionär angegriffen.

Der Konflikt gipfelte in der jüngsten Preisverleihung: In den meisten der 14 Kategorien erhielten die Vertreter/innen der „Puppie“-Gruppen weniger Stimmen als „No Award“ – eine klare Niederlage. Die Community begrüßte diesen Ausgang zumeist, und auch die Medien waren erleichtert: „The Guardian“ etwa schrieb: „Diversity wins as the Sad Puppies lose at the Hugo awards“.

Nun meldete sich George R.R. Martin höchstpersönlich zu Wort, mittlerweile weltberühmter Autor der „Game of Thrones“-Bücher und nach eigenen Aussagen Worldcon-Besucher seit den 70er Jahren. Auch er zeigt sich erleichtert und schreibt: „The Puppies are howling in outrage and anger, while simultaneously claiming it as a great victory and what they wanted all along. Fandom is mostly relieved. No, not a great Hugo night -- how could it be, with so many No Awards -- but not nearly as bad as some had feared either.“

Martin bietet aber auch einen relativierenden Blick an und beklagt, dass in einigen Kategorien preiswürdige Nominierte verloren hätten, nur weil sie von den „Puppies“ unterstützt wurden. Eine wichtige Unterscheidung, denn gerade in ideologischen Grabenkämpfen, die in Fanszenen oft mit Erbitterung ausgetragen werden, gehen differenzierte Meinungen häufig verloren.

Hugo-Awards

http://grrm.livejournal.com/439207.html

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