Ernährung fängt im Kopf an

Beide Sichtweisen finde ich nachvollziehbar, also die von ricardo und von SanSan. Tatsächlich gibt es heutzutage kaum noch unbelastete Lebensmittel, anders als in den Nachkriegsjahren, deshalb kaufe ich teilweise Bio. Allerdings sorgt der Bioboom auch für zweifelhafte Angebote, zum Beispiel Biokartoffeln, die aus Israel eingeflogen werden. Extreme wie Bioshampoo sind sicherlich unsinnig.

In den 1980er Jahren gab es in den USA eine groß angelegte Studie zum Vergleich von Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitsdaten. Dazu wurden rund 20.000 Studenten in drei verschiedenen Gruppen über zwei Jahre beobachtet. Gruppe 1 verzehrte alles, was manfrau von zuhause kannte und gern aß – Fleisch und Fisch, Obst, Gemüse und Salat etc, aber auch Fastfood. Gruppe 2 ernährte sich vorwiegend von Junkfood – Burger, Pizza, Hotdogs, Pommes usw. – und machte sich keine Gedanken über die gesundheitlichen Folgen dieser Ernährungsweise. In Gruppe 3 versammelten sich all jene, die besonderen Wert auf gesunde Ernährung legten – Makrobioten, Trenn- und Rohköstler, Vegetarier, Vollwertesser etc.

Ursprünglich hatten die Wissenschaftler erwartet, dass die Teilnehmer in Gruppe 3 die besten Gesundheitsdaten zeigen würde. Das stimmte aber nicht, im Gegenteil. Am gesündesten waren die Teilnehmer der Gruppe 1, und am häufigsten krank die aus Gruppe 3. Durch Interviews ließ sich belegen, dass die Studenten aus Gruppe 3 sich erheblich mehr Gedanken über die vermeintlich schädlichen Wirkungen von „Normalkost“ und viel mehr Sorgen um ihre Gesundheit machten, als die aus den anderen beiden Gruppen. Die Studie bewies unter anderem die Auswirkungen des Denkens auf Körper und Seele.

Positives Denken funktioniert nicht selten, negatives Denken fast immer. Insofern bin ich nicht überrascht, dass die Freundin von SanSan so oft krank ist. Fazit: Lieber mit gutem Gefühl und Gewissen herkömmliche Lebensmittel verzehren, als voller Sorge und Misstrauen Biokost. In diesem Sinne – guten Appetit!

Bio-Wahn

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