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Es gibt wichtigeres als Rom

Rom ist ein Angelpunkt der westlich-europäischen Zivilisationsgeschichte. Diese Rolle hat es in der islamischen Zivilisation einfach nicht, außer vielleicht bei den osmanischen Herrschern. Die islamische Zivilisation hat sich ihre eigenen herrschaftlichen Institutionen geschaffen. Außerdem gibt es da auch noch andere vorislamische Großreiche, an denen sich Muslime sich orientieren können. Im Iran blickt man mit Stolz auf die vorislamischen persischen Imperien, da braucht es Rom nicht. Die arabische Welt schaut auf das Kalifat. Die türkischen Nationalisten orientieren auch an den vorislamischen Reichen der Türken und Mongolen, die Muslime in den südasiatischen Staaten primär an den islamischen Staaten in dieser Region: Mogulreich, Sultanat v. Delhi. Rom spielt in diesen Traditionslinien keine bedeutende Rolle.

Rom war aus islamischer Sicht immer eine fremde, feindselige Macht. Als oströmisches Imperium und als Zentrum des westlichen Christentums. Die Islamisten der 20er Jahre waren nicht vom antiken Rom fasziniert, sondern von der vermeintlichen Stärke des italienischen Faschismus.

Mussolini betrieb über weite Strecken seiner Herrschaft eine rasstische Eroberungs- und Unterdrückungspolitik – in Libyen, Äthiopien und auf dem Balkan, nicht zuletzt auch in Italien selbst gegenüber den slawisch- und deutschsprachigen Minderheiten. Dass der Antisemitismus bis 1938 keine entscheidende Rolle im italienischen Faschismus spielte, ändert daran nichts. Im übrigen gab es auch davor schon faschistische Antisemiten, zum Beispiel Julius Evola.

Ich würde den IS nicht als faschistisch definieren, sondern als islamistisch/ dschihastisch.

Islamkritik

Hamed Abdel-Samad