Es schmeckt dir nicht!

Ich weiß, das Essen bei McD&Co ist unter radikaleren gesundheitlichen Gesichtspunkten nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Ohne da Experte sein zu wollen ist mir zudem klar, dass solche Konzerne nicht zwingend gut für unsere Umwelt sind. Und für jeden Burger, den man goutiert, wird bestimmt irgendwo ein süßes Kätzchen gesprengt … trotzdem geht mir bei dem zum Großteil sicherlich berechtigten Gebashe Eines doch auf den Keks: Dieses "schmeckt ja gar nicht"-Argument, das gar keines ist. Weil hey, guess what, mir schmeckt's oft. Ich weiß auch was gutes Essen ist, so ist es nicht und ich esse häufiger Akzeptableres als Fastfood, aber es gibt da doch Platz dafür in meinem Fettherzen. Zu sagen es schmeckt nicht, heißt den ausgemachten Feind zu unterschätzen. Natürlich schmeckt's. Auf ganz primitive Weise vielleicht, aber genau da reichen die Tentakel des Wohlbefindens doch meist besonders tief in den mit Bewusstsein gesegneten Fleischkäse. Die einfachen Dinge des Lebens knallen. Fett knallt. Hochgezüchtetes kulinarisches Interesse ist komplexer aufgebaut und mag am Ende sogar noch mehr fetzen, aber da muss man erstmal hinkommen. Den meisten reicht halt schon die Befriedigung des Urinstinkts. Oder beides.

Zu behaupten Fastfood schmecke nicht ist aus mehreren Gründen absurd. Zum Einen ist da sehr viel Geld im Spiel und die Konzerne sparen bestimmt nicht daran herauszufinden, wie sie unsere Gaumen bestmöglich und vom Kostenaufwand moderat bezirzen können. Fast hätte ich "ficken" geschrieben, aber das geht hier nicht. Da arbeiten überall womöglich tausende Mad Scientists mit Supergehirnen rund um die Uhr an nichts anderem. Und dann ist da schlicht und ergreifend der Erfolg. Menschen fressen, was ihnen am besten schmeckt. Und wie wir ja schon andernorts lesen durften, ist es ja so günstig auch wieder nicht. Also fällt billig als Argument ebenfalls aus. Manchmal habe ich einfach Lust auf einen lätschigen, lauwarmen Burger von McD. Und dann muss es genau der sein! Dann brauchst du mir auch nicht mit dem super superben Burger aus dem Diner von umme Ecke kommen. Da gehe ich schon hin, wenn ich Lust drauf hab. Ich denke mich ärgert einfach ein wenig diese Form von gut gemeinter Entmündigung durch die Kritiker des schnellen Fraßes. Was mir schmeckt oder nicht entscheide immernoch ich! :D Das nächste Mal, wenn du einen in meinen Augen schlechten Film gut findest, werde ich dann auch frech behaupten, dass er dir doch eigentlich gar nicht gefällt. So argumentieren Eltern ja gerne, wenn es ihre Lendenfrüchtchen hin zu von der Gesellschaft in Frage gestellten Vergnügen zieht. Aber die Waffen des Gegners zu verkennen ist halt schlicht doof. Und dann irgendwie "Geschmack" neu zu interpretieren und das was man darunter spontan völlig richtig versteht, künstlich ins philosophisch Aufgeblähte zu verzerren, ist eventuell ein wenig verzweifelt? Es schmeckt, wenn's schmeckt.

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" back to the roots " und das ist gut so !

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