Fabian Hambüchen und Christoph Harting oder: Wie freut man sich "richtig" über Gold?

Ich gebe zu, bisher habe ich Olympia noch nicht wirklich verfolgt und bin auch nicht unbedingt ein super Sport-Freak. Aber heute habe ich doch mal beim Bügeln rein gezäppt und es nicht bereut, die ganz starke Leistung von Fabian Hambüchen am Reck zu sehen. Wirklich ein spannender Wettkampf, und dann auch noch mit der Goldmedaille gekrönt, absolut verdient, wie ich aus zugegebener Laiensicht neidlos anerkennen muß. Schön auch zu sehen, wie toll man sich über so einen Erfolg zum Karriere-Ende hin freuen kann. Das sind für mich die faszinierenden Momente am Sport: Besondere Geschichten, die ein emotionales Ende finden.

Im Internet habe ich nun auch schon erste Stimmen gelesen, die besagten, Fabian Hambüchen hätte sich „vorbildlich“ verhalten, weil er brav die Hymne mitgesungen hat von A-Z, nicht gehampelt und so weiter, natürlich in Anspielung auf den „großen“ Skandal, den Christoph Harting vor ein paar Tagen mit seinem Auftritt bei der Nationalhymne verursacht hat. Dazu ein abschließendes Wort: Jeder freut sich halt nach seiner Fasson, also kommt mal alle runter und laßt den armen Jungen (Harting) mal in Ruhe, liebe Medien und „Fans“!

Und daß wir hierzulande, wo ständig von wegen Nationalismus darüber diskutiert wird, ob wir bei einer Fußball-WM überhaupt Fahnen schwingen dürfen oder nicht, uns darüber aufregen, wenn einer sich bei der Hymne nicht standesgemäß aufführt, kommt mir doch ein bißchen wie Doppelmoral vor.

Olympia

http://www.bild.de/sport/olympia/olympia-2016/harting-hampelt-bei-der-hymne-47306144.bild.html

Anzeige: