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Faschismus und Römisches Reich

Das die italienischen und andere Faschisten sich römischer Symbolik bedient und sich deren ARchitektur zum Vorbild erkoren haben, mach das antike Rom nicht zum direkten Vorläufer des Faschismus. Historische Vorläufer sind geistiger Strömungen wie die sogenannte "konservative Revolution" und die Jungkonservativen in der weimarer Republik, oder die italienischen Futuristen. Politische Bewegungen, die in ihren Aktionsformen und Ideologie als Vorläufer gelten können, waren die pro-zaristischen schwarzen Hundert im vorrevolutionären Russland und die katholisch-nationalistischen Action française.

Der Faschismus ist ein Kinder seiner Zeit, ein Produkt des völkisch-nationalistischen Diskurses, der sich im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung Europas, der kolonialen Eroberung der Welt und der Ausformung kapitalistischer Wirtschaftsordnungen herausgebildet hatte. Man kann den Römern viel vorwerfen, aber Rom als Vorläufer des Faschismus darzustellen geht zu weit.

Der Islam ist, wie das Christentum eine eigenständige Religion. Dass er christliche und jüdische Wurzeln hat ändert daran nichts. Jede Religion hat historische Vorläufer, die sie beeinflusst haben, das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Im Übrigen ist nicht Rom das historische Vorbild der Islamisten, sondern das in der Nachfolge des Propheten im 7. Jahrhundert errichtete Kalifat. Von einem Islamisten, der sich auf Rom berufen hat, habe ich noch nie gehört.

Islamkritik

Hamed Abdel-Samad