Festplattenrecorder gegen Werbe-Terror

Die Werbung im TV geht mir ziemlich auf den Wecker (die Dauerwerbesendung wird von gelegentlichen Filmeinblendungen unterbrochen). Noch schlimmer ist die Werbung im Radio. Deshalb höre ich im Auto nur noch Sender wie DLF oder WDR5 (in NRW), die werbefrei sind. Da gibt es oft interessante Wortbeiträge, allerdings ist die Musik nicht immer mein Geschmack. Ich bin dazu übergegangen, Sendungen wie „Leonardo" oder andere Wissenschaftsbeiträge als Podcast runterzuladen und dann im Auto werbe- und musikfrei mit dem iPhone über USB-Anschluss zu hören.

So handhaben wir es auch mit dem Fernsehen, das findet bei uns nur noch über den Festplattenrecorder statt. Wir speichern ausgesuchte Sendungen und schauen sie später an. Die Werbung wird dann einfach vorgespult. Das Auge ist schon so geübt, dass ich selbst beim Vorspulen mit 64-facher Geschwindigkeit ziemlich genau abschätzen kann, wann die Werbung beendet ist. Im Vergleich zum Videorecorder (PVR), den wir früher (im vorigen Jahrtausend) auch schon ähnlich eingesetzt haben, ist das wesentlich komfortabler. Ich habe jetzt einen direkten Zugriff auf gespeicherte Sendungen (index-sequenzell), während ich mit dem PVR langwierig spulen und suchen musste (sequenzieller Zugriff). im Gegensatz zum PVR kann ich auf dem Festplattenrecorder mehrere Programme gleichzeitig aufnehmen. Der elektronische Programmführer (EPG) vereinfacht die Auswahl der aufzunehmenden Sendungen sehr. Eine Programm-Zeitschrift brauchen wir nicht mehr.

Wenn ich eine Sendung „live“ sehen will, starte ich sie zeitversetzt (timeshift) und schalte mich kurze Zeit später rein, während diese noch aufgezeichnet wird. Das nutze ich z.B. bei Fußballübertragungen (BVB!), die ich 15 Minuten später starte, um dann die werbegefüllte Halbzeitpause zu überspringen.

Eine sehr wertvolle Funktion hat der Festplattenrecorder bei der Medienauswahl und -kontrolle für Kinder. Die dürfen nur Sendungen sehen, die in ihrem Ordner auf der HardDisk gespeichert sind. So können wir sie vor ungeeigneten Sendungen und Reklame schützen. Werbung wird von Kindern sehr unbewusst und unreflektiert aufgenommen und erreicht dabei natürlich genau das gewünschte Ziel. Ich denke, dass so die Sehgewohnheiten wesentlich besser geprägt werden, als beim unkontrollierten „Zappen“.

Einige dieser Vorteile kann man heute natürlich auch mit dem Computer und einem Internet-Anschluss nutzen. Streamen per Internet kommt aber bei uns nicht in Frage, da wir auf dem Lande nicht mit ISDN versorgt werden (!) und der LTE-Anschluss volumen-begrenzt ist. Ausserdem finde ich „richtiges“ Fernsehen immer noch schöner.

Werbung im TV