Filmauswahl als Selbstoptimierung.

Manchmal nervt dieses ständige Massen-Bewerten im Netz schon ein bisschen.
Ein gutes Beispiel dafür sind Filme.
An die Zeiten, in denen ich unbefangen in einen Kinofilm gegangen bin oder, noch schlimmer, mir einen Film zum zu Hause schauen ausgesucht habe, ohne mich vorher über User-Ratings schlau gemacht zu haben kann ich mich kaum nich erinnern.
Gerade bei Filmen fällt es mir schon lange ziemlich schwer einfach eine Kurzbeschreibung zu lesen, die Meinung eines Freundes oder das interessante Coverbild zum Anlass zu nehmen um mich darauf einzulassen.
Wenn man durchschnittlich vielleicht einen Film in der Woche anschaut, dann will man halt einfach nicht daneben greifen.
Eigentlich kann ich mir nie verkneifen zumindest die IMDB Bewertung mit in die Entscheidung einzubeziehen, ob ich für einen Film zwei Stunden meiner Zeit aufwände oder nicht.
Das ist an sich ja keine schlechte Sache. Die vielen User-Bewertungen machen meist eine ziemlich repräsentative Aussage über die Qualität eines Filmes.
Es ist so durchaus möglich eine die Ehe oder anderer enttäuschende Filmentscheidung abzuwenden.
Auf der anderen Seite geht mir dadurch schon lange die gewisse Leichtigkeit bei der Filmauswahl ab und das vermiss ich ein wenig.
Denn ob man einen Film gut oder schlecht findet bleibt individuell, abhängig von der Tagesform und von den Menschen mit denen man evtl. zusammen schaut.
Meine Filmauswahl ist Opfer der Selbstoptimierung geworden!
Ich will nicht sagen, dass ich mir, vor der Internet-Bewertungswelt jeden Mist angesehen habe, ich habe mir aber so einigen mutmaßlichen Mist angesehen, der sich dann wiederwartend in eine positive Überraschung verwandelt hat.
Für positive Überraschungen ist aber meist kein Platz in der Sphäre der perfekten Wahl.
Innerlich sind wir inzwischen längst darauf gepolt, das Ökosystem des Internets dafür zu nutzen, immer die beste, effektivste, passendste oder günstigste Entscheidung für uns zu treffen.
Inzwischen bin ich beim Thema Film nur noch selten bereit bewusst eine Enttäuschung zu riskieren.
An dieser Stelle bin ich manchmal genervt von der Entscheidungsmaschine Internet und wünschte mir ich könnte sie ein wenig mehr ignorieren!

Filmauswahl