Geht sterben, Bella & Edward! - Top 5 Vampirfilme

Aus Gründen, die nicht näher erklärt werden sollen, habe ich keine Angst vor Vampiren. Deshalb kenne ich nicht sehr viele gruselige Filme über Vampire. Trotzdem mag ich Vampire, und es gibt ja einige sehr gute (nicht nur Horror-)Filme über sie, wie man vielleicht vergessen haben könnte - dank einiger Blockbuster-Produktionen der letzten Jahre, von denen wir alle gehört haben. Also Schwamm über Bella und Edward, und hier meine komplett subjektive Top 5 guter Filme über das Vampirleben.

5.
The Lost Boys (1987). „People are strange, when you're a stranger“ – so wie die beiden Teenager Sam und Michael, die zusammen mit ihrer Mutter in eine gruselige, kalifornische Stadt namens Santa Carla ziehen – oder „Murder City“, wie die Eingeborenen sagen. Warum, das sollen die Jungs bald herausfinden...
Nein, dieser Film ist nicht gerade unheimlich. Aber der ironische Humor, viele Popkultur-Zitate und trashige Details machen schon gute Laune. Außerdem ist mein Lieblings-Trotteldarsteller der 80er, Corey Feldman (yay!) als nerdiger, kleiner Videotheken-Vampirjäger dabei und auch mein 80s-Lieblings-Bad-Boy Kiefer Sutherland als garstiger Vampirkönig namens David.
- Perfekter Sonntagnachmittagsfilm zum nebenher Waffeln essen.

4.
Interview mit einem Vampir (1994). Moderner Klassiker, den wohl die meisten kennen (und irgendwie ein gotisches guilty pleasure, ich weiß). Basiert auf einem Roman von Anne Rice, einer der berühmtesten zeitgenössischen Horrorautorinnen. Neil Jordan adaptierte den ersten Teil der bekannten "Vampire Chronicles" und staffierte sein melancholisches Epos mit üppigen Sets, gediegenen Kostümen und erlesenen Darsteller*innen aus. Brad Pitt auf dem Zenit seiner langmähnigen Sexiness, der gramgebeugt 200 Jahre europäischer Geschichte durchwandelt, sowie Tom Cruise, der als teuflischer Obervampir Lestat die authentischste Performance seines Lebens liefert. Außerdem ist die noch ganz junge Kirsten Dunst in einer ihrer ersten Rollen zu sehen.
- Perfekte Sonntagabendunterhaltung. Dazu passen: 2-3 Gläser sehr dunkler Rotwein.

3.
So finster die Nacht (2008). Weißer Schnee trifft rotes Blut, Coming of Age trifft Vampirhorror, skandinavischer Sozialrealismus trifft dunkles Mysterium – und alles passt sehr gut zusammen. Wie so oft erregt auch hier der Vampir ambivalente Gefühle. Eli, die wie ein nicht ganz so gesundes, zwölfjähriges Mädchen aussieht, lässt schon schaudern, wenn sie, nur in Sommerklamotten, auf dem verschneiten Spielplatz vor irgendeinem Stockholmer Plattenbau herumlungert oder einem Opfer, das sie unter einer einsamen Brücke in die Falle gelockt hat, mit einem schönen Knacks den Hals umdreht. Aber da ist auch Sympathie, wenn man in ihrem blassen, unschuldigen Gesicht die Zuneigung zu ihrem menschlichen Freund Oskar entdeckt. Und haben wir uns nicht alle mal so eine Freundin zur Unterstützung gegen unsere Schulhof-Feinde gewünscht?
- Perfekter Film für einen dunklen Winterabend, wenn einem der Sinn nach Horror, Freundschaft und/ oder Rache steht.

2.
Nadja (1994). Und noch eine Geschichte über eine Vampirin, die unter der ewigen Einsamkeit leidet, verpackt in außergewöhnliche Schwarz-Weiß-Bilder, umhüllt von einem unglaublich coolen Soundtrack (Portishead, My Bloody Valentine...). Offensichtlich produziert von David Lynch, ist dies der bei weitem stylischste Vampirfilm, den (zumindest) ich je gesehen habe. Viele Szenen möchte man sich am liebsten drucken und in teuren Rahmen an die Wände hängen. Die Hauptfigur, gespielt von der Rumänin Elina Löwensohn, dürfte noch eine Weile durch Eure dunkleren Träume geistern. Der eine oder andere witzige Moment (z.B. mit Peter Fonda als verrücktem Van Helsing) ist ebenfalls enthalten.
- Perfekter Film zum Abhängen mit den guten Freund*innen von der Kunsthochschule.

1.
Only Lovers Left Alive (2013). Auf den ersten Blick ein Film über das bekannte Leiden der Vampire unter Ennui und Ewigkeit. Allerdings funktioniert das doppelbödige Ganze ebenso als Meditation über Beziehungen, langsam immer weiter um den bekannten Satz „Bis dass der Tod uns scheidet“ kreisend... Die zwei ewigen Liebenden werden gespielt vom ziemlich betörenden Tom Hiddleston und der wie immer seltsam-schönen Tilda Swinton. Oh, und Mia „Alice in Wonderland“ Wasikowska ist auch nett. Die drei geben magnetische Performances als gelangweilte, geistreich-kultivierte „Been-there-done-that“-Bohemiens, hin- und hergerissen zwischen Moral und der unwiderstehlichen Gier nach frischem Blut. Die fiebrige Atmosphäre wird perfekt ergänzt durch den hypnotischen Soundtrack von Jozef Van Wissem. Jim Jarmusch at his best. Doch seid gewarnt: Wer etwas mehr Action braucht, könnte diese Liebenden hassen!
- Perfekter Film, wenn man über Sinn und Unsinn ewiger Monogamie philosophieren möchte.

Vielleicht habt Ihr bemerkt, dass der Pate aller Filmvampire, „Nosferatu“ (1922), nicht auf dieser Liste steht. Sagen wir einfach, der Murnau-Klassiker läuft außer Konkurrenz. Wie auch immer: Ich freue mich auf Eure Top 5 und auch alle anderen Re-Comments und Empfehlungen zu anderen guten Vampirfilmen.

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