Genuß ist heute Mangelware

Das vorweg: Die schlimmste Diät, die ich je gemacht habe, war die Kohlsuppendiät. Weitere Diäten, deren unschöne Ergebnisse ich in meinem Bekanntenkreis erlebt habe, waren die Atkins-DIät, bei der hauptsächlich nur Eiweiß (v.a. Fleisch) gegessen wird, sowie eine Diät, die ausschließlich aus Rohkost bestand. All diese einseitigen Formen von Diäten bringen oft kurzzeitig sehr gute Erfolge, die aber schon sehr kurze Zeit nach Beendigung der Diät ins Gegenteil umschlagen: Der gefürchtete JoJo-Effekt, den die meisten wohl kennen. Daß man dererlei Diäten nicht länger als max. eine Woche durchhalten kann, liegt auf der Hand und zum einen an ihrer grundsätzlichen Widerlichkeit, zum anderen an ihrer Einseitigkeit. Zum Beispiel bei der Kohlsuppendiät kann man nach spätestens drei Tagen diese Suppe einfach nicht mehr sehen, nicht mal mehr riechen. Im Ernst, ich würde dieses Zeug nie wieder anfassen. Ich gebe der Vor-Commenterin recht: Weniger Druck – mehr Genuß, das ist der eigentliche Schlüssel zum Erfolg.
Das Problem dabei ist nur, daß viele Leute heute gar nicht mehr wissen, was Genuß ist. Wir essen im Stehen, im Laufen, vor dem Computer. Es ist natürlich ein Problem unseres Zeitgeistes. Alles muss schnell gehen, die Arbeit, aber auch das, was uns Genuß verschafft. Es ist schon ein bisschen traurig, dass der Genuß in unserem Leben eine so untergeordnete Rolle spielt, nicht nur, weil es gesund ist, zu genießen.

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