Gespenst oder Gespinst? Oder beides?

Wo fängt der Mensch an und hört er überhaupt wo auf...? Und was ist der Mensch? Also verglichen mit sagen wir zum Beispiel einem Blumenkohl? Ist da so viel mehr auf der Hardware-Seite oder beginnt der Budenzauber Menschsein erst dort, wo wir die rein materielle Ebene verlassen?

Das meine ich jetzt gar nicht sonderlich metaphysisch oder so. Nein falsch. Ich meine das durchaus metaphysisch, aber nicht im esoterisch übersinnlichen Sinne. Man muss sich nur mal anschauen, was einen Menschen in der Wahrnehmung anderer und in der Selbstwahrnehmung ausmacht. Wieviele Kleinigkeiten da ein Bild formen, ein Wesen, das auf seine tatsächlichen physischen Eigenheiten reduziert eventuell vergleichsweise banal wäre. Aber die Summe der Teile macht den Menschen. In der Liebe und wahrscheinlich auch im Hass zeigen wir ein Gespür dafür. Wenn wir einen anderen Menschen lieben oder hassen, dann wohl eher das Konstrukt, als das was rein nüchtern betrachtet da tatsächlich vor einem steht, sitzt oder liegt. Das Konstrukt erst ist der Mensch.

Wenn wir zum Beispiel ein Gesicht lieben, steckt in seiner Beschaffenheit reiner Zufall. Das Wesen des geschätzten Menschen fließt in unserer Wahrnehmung desselben da aber gewissermaßen noch hinein und gestaltet es passiv für uns mit. Beziehungsweise prägt es fortan die Art und Weise, wie wir wohl ähnliche Gesichter sehen und einschätzen werden. Hinter dieser Fassade sehen wir wahrscheinlich alle ziemlich gleich aus. Und das, was uns ein Gesicht im übertragenen Sinne gibt, ist nicht angeboren, sondern wurde größtenteils mit der Zeit erworben. Was wir jenseits unseres Äußeren sind, ist ein Echo unserer Erfahrungen, geronnen in Verhaltensweisen, die uns wiederrum ein Gesicht spendieren.

Das sind also auch nicht zu hundert Prozent wir genaugenommen. Schon allein das typische Lachen einer Person zum Beispiel, das wir so sehr mit ihr verbinden, ist nicht immer da gewesen. Es wurde irgendwann von ihr bewusst oder unbewusst angenommen, kopiert, geklaut von jemand anderem, der es sich wiederum auch nur angeeignet hat. Ja ist denn dann überhaupt etwas Konkretes oder Reales vorhanden? Meines Erachtens durchaus, weil Leben ist in erster Linie Konstrukt. Das ist dort wo wir uns die meiste Zeit aufhalten. Wir sind metaphysische Gespenster und als Konstrukte sehr real. Man ist ein Stück weit das Echo der Wahrnehmung des anderen. Dessen Konstrukt von uns kehrt zurück und knallt in uns rein, gestaltet uns mit. Unsere Persönlichkeiten sind zu einem wesentlichen Teil Teamwork. Wir werden ein wenig das, was die anderen in uns sehen. Wenn es uns gefällt. Also fängt der Mensch gewissermaßen da an, wo das Tier aufhört und das Konstrukt beginnt? Morgen lese ich mir diesen Text nocheinmal durch und frage mich bestimmt, was das alles soll. Ich weiß es jetzt schon nicht mehr wirklich. Helft mir mal! ;)

Grübeln, Sinnieren und Tagträumen...

https://youtu.be/UhU1F7t6pp4

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