Gute Nacht, Dschungelcamp

Es war einmal eine Sendung, die mit einer Mischung aus Big Brother und bis dahin im Fernsehen einzigartigen Foltermethoden für Furore sorgte. Für viele war der australische Menschenzoo ein unerträglicher Aufreger für die Unterschichten, für andere ein heißgeliebtes guilty pleasure. Diese Polarisationskraft hat den Erfolg des Dschungelcamps jahrelang begründet, in der letzten Ausgabe Anfang 2015 schwächelten die Quoten aber extrem. Trotzdem hat sich RTL entschieden, zusätzlich zum normalen Dschungel, ein neues Sommer-Dschungelcamp zu starten. Was für eine überflüssige Idee! Ich habe mir die Show nicht angeguckt, weil das normale Dschungelcamp mir schon zu langweilig war beim letzten Mal, außerdem macht Spiegel online es ja für mich. Und der Spiegel-Berichterstattung zufolge muß dieses Sommerloch-Dschungelcamp ja die totale Katastrophe sein. Nervige Stars, langweilige Spiele, keine Inspiration. Was ist das auch für eine Idee, „Stars“ die schon mal dabei waren, noch mal mit in den Dschungel zu nehmen? Wer will denn diese ganzen Z-Promis wie Sarah Dingens und Peter Bond noch mal sehen? Natürlich ist die Sommershow nicht das eigentliche Problem. Das Konzept hat sich einfach abgenutzt. Was vor zehn Jahren noch schockierte, reißt heute keinen mehr vom Sofa. Jede erdenkbare Reaktion verschiedenster Promis auf Kakerlackenduschen und Lagerkoller hat man inzwischen schon gesehen, und die ewig gleichen Losertypen und Zickereien nerven einfach nur noch. Es bleibt zu sagen: Liebes RTL, danke für zehn Jahre wunderbares fremdschämen, aber wenn die Luft raus ist, sollte man vielleicht einfach auch mal Schluß machen. Der 10. Geburtstag ist dafür doch ein guter Anlaß.

Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein

http://www.spiegel.de/kultur/tv/sommer-dschungelcamp-2015-das-pelzchen-auf-den-hoden-a-1046650.html