Hail Gina-Lisa! Heute eine Heldin.

Ich gestehe: Ich habe mal Germany's Next Topmodel geguckt. Und zwar genau die Staffel, in der auch die heute wohl prominenteste Kandidatin, Gina-Lisa Lohfink, ihren großen Auftritt hatte. Und ich gestehe: Ich fand sie damals schon verhältnismäßig cool. Unter all den gefälligen und anpassungswütigen Heidi-Worshipperinnen stach sie erfrischend als natürlich-künstliche, rebellische, einen Asi-Spruch nach dem anderen raushauende Trash-Barbie heraus, die Heidi Klum und ihre Entourage mit ihren ganz eigenen Vorstellungen immer wieder piesackte und herausforderte.

Man kann ja von Gina-Lisa halten, was man will, und man muss sie ja nicht gleich zur Kanzlerin machen. Aber heute ist sie ein bisschen sowas wie eine Heldin. Denn ihr Fall hat mit dazu beigetragen, dass heute eine politische Entscheidung getroffen wurde, die schon lange überfällig war: „Nein heißt nein“ ist ab heute nicht mehr nur ein Slogan, nicht mehr nur ein moralischer Kompass, den man Töchtern und Söhnen mit auf den Weg gibt, wenn sie langsam flügge werden und sich erstmals auf in fremde Betten machen.

„Nein heißt nein“ ist ab heute Gesetz. Ja, auch wenn man manchmal dummes Zeug von sich gibt, Silikonbrüste hat und irgendwann mal Pornos gedreht hat. Danke, Gina-Lisa, für Deinen Mut und dafür, dass Du Dich stellvertretend für alle Frauen, Mädchen und, ja, auch Jungs, die Ähnliches erlebt haben, in die Öffentlichkeit gewagt und den ganzen Dreck ertragen hast, den man wegen Deiner Erscheinung und Deiner Vergangenheit über Dich gekübelt hat.

May the force be with you und allen anderen, die heute zumindest ein Stück weit Gerechtigkeit erfahren dürfen.

#neinheisstnein, Gina-Lisa Lohfink, Sexualstrafrecht, #kölnhbf

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sexualstrafrecht-alles-was-sie-zu-nein-heisst-nein-wissen-muessen-a-1101658.html

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