Harold & Maude, jetzt auch mit Kokos-Geschmack

Mit "Das Lied in mir" gelang Jungfilmer Florian Cossen vor fünf Jahren ein überzeugendes Debüt. Sein zweiter Streich, für viele Regisseur üblicherweise eine fatale Hürde, ist gleichfalls sehenswert. Bisweilen gerät die Dramaturgie zwar etwas ins Straucheln, doch der morbide Charme der melancholischen Komödie bügelt solche Macken lässig aus. Nicht nur wegen des kanadischen Schauplatzes erinnert das Werk an amerikanische Indie-Filme – und lässt die schlichten Strickmuster deutscher Lustspiel-Ware gerne vergessen. Fast wie zum Hohn wirken hier die Auftritte der heimischen Ausnahmetalente Udo Kier und Sebastian Schipper. Entscheidenden Anteil am Gelingen der makaberen Komödie hat der kanadische Newcomer Alex Ozerov. Er verleiht dem lebensmüden Helden Flügel, überzeugt angenehm unaufdringlich mit seiner schillernden Mischung aus Sarkasmus und Träumerei – gerade so, als sei er aus "Harold und Maude" entsprungen. Selbst der Himmel über dem kanadischen Kaff spielt zum Happy-End mit: Was dann die Schäfchenwolken ins Blaue schreiben, sollte man besser selbst im Kino anschauen...

Coconut Hero

http://www.kino.de/kinofilm/coconut-hero/149234