Hurra, die Welt geht unter!

„Hurra, die Welt geht unter.“ Ja, noch heute! Und nicht etwa so, wie in dem gleichnamigen Lied von K.I.Z. besungen – die blöden, alten Strukturen lösen sich auf und die Übriggebliebenen haben endlich die Chance, es mit fröhlich-positivem Anarchismus besser zu machen – sondern richtig! Mit einer schönen, alles auslöschenden Feuersbrunst, jedenfalls laut Prophezeiung der sog. E-Bible Fellowship. Und wir sind alle live dabei, wie cool ist das denn??

Aber auch, wenn sich diese aktuellste Prophezeiung möglicherweise doch nicht erfüllen sollte, ein schönes Gedankenspiel ist es allemal. Was wäre, wenn wir tatsächlich morgen nicht mehr da wären? Und zwar wir alle, und alles um uns herum, unwiderruflich ausgelöscht samt unserem geschändeten Planeten?

Ja, nichts wäre dann! Nicht mal mehr die traurige Einsicht, dass wir alle noch so viel erreicht haben wollten in unserem ach so wichtigen Leben. Niemand würde unsere Bucket Lists finden, auf denen es noch so viel abzuhaken gegeben hätte. Alles, was wir bisher erreicht haben in unseren verzweifelten Anstrengungen, irgendetwas zu hinterlassen auf dieser Welt, wäre komplett sinnlos gewesen: unsere Unternehmen, unsere Kunstwerke, unsere Kinder, die Häuser, die wir für sie bauen wollten mitsamt der dafür vorgesehenen Bausparverträge und Kredite, unsere Twitter-Accounts mit 2 Mio. Followern: Alles weg, und niemand ärgert sich drüber.

Nichts und niemand würde um uns trauern, und wenigstens ein einziges Mal in der Geschichte wären wir alle gleich im Arsch. Und was immer wir uns in den noch verbleibenden Stunden in unseren schlauen Köpfen ausdenken könnten, um die Apokalypse vielleicht doch noch irgendwie abzuwenden: ebenfalls komplett sinnlos. Wir hätten nicht mal mehr genug Zeit, so richtig Angst zu kriegen, denn es wäre ja gleich so weit, und wenn es so weit ist, bleibt gerade noch ein Moment zum ehrfürchtigen Staunen. Also, ich freu mich drauf!^^ Bis morgen...

#apocalypsewednesday