Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe

Ich bin die Prokrastinateurin vor dem Herrn. Ehrlich, mir kann keiner was vormachen. Wer wie ich am 23. September draufkommt, dass er bis Ende des Monats seine Steuererklärung machen muss, noch nichts dafür getan hat und sich trotzdem "vornimmt", den Steuerberater erst am Tag danach anzurufen, der weiß, wie's läuft.
Klar: Ganz oft hab ich eine Prokrastinations-Sinnkrise. Ich frag mich, wieso ich das wieder verhauen habe, wieso ich nicht aus meinen Fehlern lerne und immer und immer wieder dringende Dinge verschiebe. Trotzdem haut eine gewisse 80/20-Regel bei mir hin: 80 % der Dinge, die ich aufschiebe, laufen einwandfrei ab, wenn ich sie dann irgendwie noch hinkriege. Und ich behaupte vielleicht sogar, dass sie besser laufen, als hätte ich mir länger Zeit gelassen und hätte weniger Druck gehabt. Von den restlichen 20 % laufen 15 % mit echtem Stress ab und ich bereue, dass ich so spät begonnen habe. Und 5 % gehen absolut in die Binsen, kosten mir Zeit, Geld und Nerven. Wenn ich für einen Strafzettel schon wieder das Doppelte bezahle, weil die Mahnkosten mittlerweile doppelt so hoch sind wie die Strafsumme, dann könnte ich mich in den Allerwertesten beißen.
Aber das gehört eben anscheinend zu einem Charakter dazu, der mich auf der anderen Seite zu einem echten Performer macht, wenn es um die Wurscht geht.

Prokrastination