In den Seilen

Was ist nur so faszinierend am Boxfilm, dass er immer wieder aufsteht, auch wenn er schon am Boden liegt? Mit „Rocky“ war doch eigentlich alles auch für den Mainstream ausformuliert, was „Wie ein wilder Stier“ ein paar Jahr zuvor bereits gesagt hatte. Alles, was danach kommt, kann doch eigentlich nur noch in die Seile gehen. Und doch versucht es Hollywood immer wieder, sei es mit „Ali“ oder zuletzt „The Fighter“. Zu verlockend ist die ewige Geschichte vom Aufstieg und Fall und dem erneuten Hochkämpfen seiner Protagonisten. So platt wie die Boxernasen sind dann aber auch meist die Metaphern fürs Leben – auch in Antoine Fuquas („The Equalizer“) Interpretation des Genres.

Für Schauspieler sind Boxfilme eine willkommene Gelegenheit, um körperlich an ihre Grenzen zu gehen. Robert DeNiro trainierte bis zur Erschöpfung und fraß sich danach 27 Kilo an, um den gealterten Jake LaMotta darstellen zu können. Jake Gyllenhaal stand immerhin zwei Stunden täglich im Ring, um seinen beachtlichen Bizeps zu trainieren. Er ist nicht nur körperlich präsent, sondern verleiht der simplen Figur des Billy Komplexität und Charakter. Da kann das Drehbuch nicht mithalten und verlässt sich auf bewährte Techniken. Ein Knockout ist „Southpaw“ nicht geworden, aber unterm Strich eher „Rocky“ als „Raging Bull“.

Southpaw

https://vimeo.com/136104349

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