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Keine Erwartungen, großer Spaß

Allenthalben wird er kräftig verrissen, der neue „Dörminäider“, nach 12 Jahren endlich wieder mit Mr. Schwarzenegger himself als T-800 Menschmaschine! Und warum die negativen Vibes?
- Man ist im Allgemeinen enttäuscht, weil 1. die Geschichte die Handlungsebenen der letzten beiden Fortsetzungen teils ausblendet bzw. diesen widerspricht, 2. die Zeitreiselogik in „Genisys“ als unrealistisch empfunden wird, und 3. man T-800s menschliche Anwandlungen uncool und albern findet.
Man möchte all diese kritischen Menschen fragen: Why so serious?
Zu Punkt 1: Warum seid Ihr eigentlich so sauer, dass der Film nicht an die letzten beiden Teile anknüpft, wenn Ihr die eh (größtenteils) gar nicht so gut fandet? Zu Punkt 2: Warum erwartet Ihr von einer Geschichte wie Terminator knallharten Realismus (und im Zusammenhang mit Zeitreisen?!)? Und wer von Euch kennt sich schon sooo genau aus mit Zeitreise-Paradoxa und dem ganzen Zeug, hm? Und 3. Warum freut Ihr Euch nicht auch ein bisschen, wenn Arnie sein alterndes Alter Ego („old, but not obsolete!“) mit sichtlichem Spaß persifliert, anstatt das alles auf seine alten Tage noch so hyper-ernst zu nehmen? Selbstironie hat wohl noch keinem Actionstar geschadet, und wer bitte kann denn die Figur T-800 nach all den gefühlten 80000 Parodien überhaupt noch ernst nehmen, ich meine, so richtig?
Zu allen drei Punkten vermute ich mal: Vielleicht habt Ihr einfach zu viel erwartet? Oder, im Gegenteil und wahrscheinlicher, Ihr wart schon auf Verriss programmiert, als Ihr den Kinosaal betreten habt?
Ich für meinen Teil habe gar nichts erwartet. Weil ich einfach kein großer Terminatorholic bin. Ja, ich gestehe: Die ersten beiden Teile habe ich vor 100 Jahren mal gesehen, den dritten nach der Hälfte ausgemacht, „Die Erlösung“ dann aus Frust über Teil 3 gar nicht mehr geguckt. Deshalb kann ich mich über die anscheinend tausendfach vorhandenen Widersprüche zu den vorherigen Teilen nicht so richtig mit aufregen. Was ich aus den ersten beiden Filmen erinnere, wird in „Genisys“ eigentlich recht cool wiederaufgenommen bzw. zitiert. Ein gewisser Nostalgiefaktor spielt also auf jeden Fall mit bei diesem Teil, natürlich vor allem bedingt durch die Wiederbesetzung Schwarzeneggers. Der 67-jährige Haudegen macht eine gute Action-Figur und kommt sympathisch rüber als Sarah Connors emotional gehandicapter Daddy-Ersatz. Die wird von Emilia „Khaleesi“ Clarke patent verkörpert - auch wenn die Liebesgeschichte zwischen ihr und Kyle Reese (bisschen blass: Jai Courtney) bisweilen etwas kitschig daherkommt.
Ja, Ihr habt wahrscheinlich Recht mit Euren Kritikpunkten, und ich gar keins, mich überhaupt zu „Genisys“ zu äußern, weil mir ja die nötige Expertise aus 31 Jahren Terminatorologie-Studium fehlt. Aber dafür habe ich mich wenigstens amüsiert! Dank flottem Tempo, guter Action, netter Gags (die vor allem auf Arnies Konto gehen) und - ja, natürlich - spitzenmäßiger Effekte. Die gar nicht mal so weit hergeholte These, dass uns das ständige Online- und Vernetztsein schon sehr bald zum Verhängnis werden könnte, hätte man allerdings wirklich mit etwas mehr Beachtung würdigen und mit mehr Tiefgang ausarbeiten können.
Was soll's, ich hatte Spaß, obwohl ich sonst eher weniger der „Äkschn“- und Effektfraktion angehöre - ganz ohne Popcorn und um 10 Uhr morgens, nach nur 2 Stunden Schlaf. Und das ist schon mal einiges mehr, als ich von diesem Auftakt zur neuen Terminator-Trilogie erwartet hatte.

Terminator: Genisys

https://www.youtube.com/watch?v=KQhEvkGHR9I