Kurze Anmerkung

Danke, aber leider ist es nicht ganz so einfach mit "Ölhahn zudrehen". Siehe Loretta Napoleoni und deren Buch "Die Ökonomie des Terrors".

Ich habe mich dem Thema auch zugewandt und bleibe dran, weil es wirklich "brennend" ist. Ich argumentiere jedoch anders, obwohl ich ebenfalls in der Analyse vom arabischen Frühling ausgehe:

Keine Frage, das ist bürgerliches Recht und dieses Recht ist auch immer wieder durch Willkür gekennzeichnet, die auch in Ländern, die z.B. durch kolonialistische Willkür betroffen sind, ebenfalls willkürliche Gegenreaktionen hervorruft. Dies z.B. auch durch das Vorpreschen Frankreichs innerhalb des Bürgerkrieges in Libyen, das unter Ausschaltung des Votums der Afrikanischen Union zu einem NATO-Krieg gegen das Gaddafi-Regime wurde und aus Libyen einen failed state machte, vor dem selbst das Springer-Blatt "Die Welt" warnte. Dabei war schon vorher bekannt, dass sich unter den sogenannten libyschen "Rebellen" zahlreiche Kämpfer der Al Qaeda des Maghreb befanden. Auch für diesen Krieg hatte sich Frankreich "Schützenhilfe" in der EU und UNO geholt und damit letztendlich dafür gesorgt, dass die "Arabellion" scheiterte. Doch auch schon vorher - im Aufstand der tunesischen Jugend gegen den Ben-Ali-Clan - gab es keinerlei Kritik daran, dass dieser mit dem gesamten Staatsvermögen nach Saudi-Arabien flüchtete und dort mit allen Ehren empfangen und betreut wurde. Freilich wird Ben Ali den Saudis ein großzügiges Gastgeschenk gegeben haben und sicherlich haben diese - zusammen mit Katar - die patriarchale, salafistische Konterrevolution in Tunesien unterstützt (mehr dazu auch hier sowie hier und in The Guardian). Mittlerweile ist der Anteil der tunesischen Kämpfer in Syrien auf Rekordhöhe geklettert. Wäre dieser Etat in die Infrastruktur des Landes zur Schaffung von Arbeitsplätzen gesteckt worden, so hätte die Jugend Tunesiens eine Perspektive gehabt, denn ihr Aufstand war ein Aufstand der Armen, die "Brot und Freiheit" forderte.


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Terrorismus