Letztes Kapitel einer Männerfreundschaft

Von „Coconut Hero“ bis zu Lars Kraumes „Familienfest“: Tragikomödien über den Tod sind seit einiger Zeit schwer angesagt abseits des US-Mainstreamkinos. Die Kunst bei solchen Filmen ist, das Thema ernst zu nehmen und dabei trotzdem eine lebensfrohe Geschichte zu erzählen. Und das gelingt dem spanischen Regisseur und Drehbuchautor Cesc Gay mit seinem sechsfach Goya-nominierten Beitrag zum Thema ziemlich gut.
Erzählt wird das letzte Kapitel einer Männerfreundschaft: Jahre lang haben sie sich nicht gesehen, nun reist Tomás (Javier Cámara) aus dem fernen Kanada nach Madrid, um seinen besten Freund Julián (Ricardo Darín) zu besuchen. Der Anlass ist kein freudiger: Julián hat Krebs, noch eine Chemotherapie will er sich nicht antun. Tomás ist schockiert über die Entscheidung, begleitet den Freund aber schweren Herzens bei seinen Abschiedsvorkehrungen, vom Aussuchen der Urne bis zum letzten Tierarztbesuch mit Juliáns Hund Truman. Für den muss schließlich auch noch ein gutes Zuhause gefunden werden.
Keine einfache Geschichte, die hier aber so leichtfüßig und aufrecht daherkommt wie die wunderbare Hauptfigur. In der Rolle des todkranken Luftikus hat Ricardo Darín („Wild Tales“) die Sympathien und leisen Lacher jederzeit auf seiner Seite, Javier Cámara schafft mit seinem zurückhaltenden Spiel einen sympathischen Gegenpol. Die innige Freundschaft nimmt man den beiden jederzeit ab, und so funktioniert dieser warmherzige Kinobeitrag zum Thema Sterben wie solche Filme eben im besten Fall funktionieren: Sie berühren, ohne zu deprimieren. Und unterhalten dabei besser als die meisten Hollywood-Gefühlsblockbuster.

Freunde fürs Leben

http://www.filmstarts.de/kritiken/228818.html

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