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Life finds a way!

Vor rund drei Jahren war ich für ein paar Tage zu Besuch in Berlin, um mir die Stadt anzuschauen, in die ich bald ziehen wollte. Auf einen Tipp hin nahm ich teil an einer so genannten „free tour“, einem Stadtrundgang eines jungen US-amerikanischen Künstlers aus New York, der seit einiger Zeit in Berlin lebte.

Zwischen den Stationen – Street Art in Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain – plauderten wir mit ihm und er erzählte uns, was er an Berlin so lebenswert fand: In New York hätte er quasi pausenlos ums Überleben gekämpft, mehrere Jobs hätten so gerade gereicht, um die Miete für ein kleines Loch in Brooklyn zu bezahlen.

In Berlin dagegen sind Mieten meist ertragbar, Lebenshaltungskosten gering und es gibt viele angenehme Viertel und Kieze. Kurz: Es lässt sich hier mit relativ geringen Mitteln vergleichsweise komfortabel leben, ohne die Kultur, Offenheit und Lebensqualität einer Weltstadt einzubüßen.

Vergleichsweise– das meint, verglichen mit Städten wie London, New York oder Paris, die, wie Kat eindrucksvoll dargestellt hat, für Normalverdiener im Grunde nicht mehr bezahlbar sind.

Warum sticht Berlin heraus? Der meiner Meinung nach wichtigste Faktor ist die geringere Zentralisierung in Deutschland: Berlin ist kein absolutes Finanz- und Business-Zentrum und somit drängen weniger Höchst-Verdiener in die hippen und zentralen Viertel. Berichte über die Wohnungssituationen in Frankfurt a.M. und München bestätigen mich in dieser Meinung. Zusätzlich sind Hamburg und Köln Medien-Hochburgen, während West- und Südwest-Deutschland traditionell Wirtschaft und Industrie beherbergen.

Natürlich kann die Lösung nicht kategorisch sein „Zieht alle nach Berlin“ – denn wenn ich mich in einer so faszinierenden Stadt wie London heimisch fühlen würde, würde mir eine solche Entscheidung extrem schwer fallen. Irgendwie geht es ja doch immer weiter, das wusste schon Jeff Goldblum a.k.a. Ian Malcolm im Original-Jurassic Park: „Life, uh, finds a way!“

Lebenshaltungskosten