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Lost in lost places

Die elegische Atmosphäre verlassener Orte bringt die Menschen oft zum Nachdenken. So auch den durch die kalifornische Mojave-Wüste mäandernden, Insekten vernichtenden, liebeskummergeplagten Protagonisten dieses Filmessays von Bastian Günther. Der wollte hier sicherlich keinen Unterhaltungsfilm machen, und ob man diese allegorische Meditation über Vergänglichkeit, Verlust und Verlorensein als ermüdend oder anregend empfindet, kommt sehr darauf an, inwieweit man sich gedanklich und emotional auf die Stimmung des Films einlassen kann. In mal körnigen, mal gestochen scharfen Bildern wagt Bastian Günther die künstlerische Annäherung an einen inneren Zustand, der wohl am ehesten als Sinnkrise bezeichnet werden kann. Der Mensch und seine Position in der Welt - um nichts weniger geht es hier, wobei auch die Frage nach der Existenz Gottes nicht ausgespart wird. Philosophische Unterfragen, etwa nach der Bedeutung von Beziehungen, Arbeit und materiellem Besitz, werden en passant aufgeworfen und finden ihre stillen Antworten im krisenbedingt verfallenden Szenario rund um die US-Kleinstadt California City. Ein interessantes, mit lakonischem Humor gewürztes Experiment, nicht nur für diejenigen, die ihren Sartre immer in der Jackentasche haben.

California City