Unsere Datenschutzrichtlinien haben sich geändert. Die aktuelle Version finden Sie hier

We have updated our privacy terms. Please review the current version here

Diese Website nutzt Cookies um Inhalte zu personalisieren, Zugriffe zu analysieren und Dir ein optimales Nutzungserlebnis zu ermöglichen. mehr erfahren

This website uses cookies to personalize contents, track site usage and ensure you get the best experience on our website. learn more

Married to the Drugmob

Pablo Escobar ist ein Mythos: Mächtigster Drogenboss aller Zeiten, zu seinen Hochzeiten (inoffiziell) einer der reichsten Menschen der Welt, vermutlich persönlich verantwortlich für Hunderte, wenn nicht Tausende Morde. Teile Kolumbiens verehren ihn noch heute wie eine Art Robin Hood, da er Krankenhäuser, Schulen und Kirchen errichtete und die Landbevölkerung – in Maßen – an seinem Reichtum teilhaben ließ.

„Escobar – Paradise Lost“ versucht jetzt, sich der menschlichen Seite von „El Patron“ zu nähern – ein heikles Unterfangen. Nach ersten Trailern war ich skeptisch: Eingerahmt in das Klischee von US-Aussteigern am kolumbianischen Strand und eine Teenie-Romanze? Der großartige Benicio del Toro als Escobar war aber ein mehr als dringender Grund, den Film zu sehen.

Hauptdarsteller Josh Hutcherson ist vor allem als Peeta in den Panem-Filmen an der Seite von Jennifer Lawrence bekannt. Sein Charakter Nick will 1991 mit seinem Bruder eine Surfschule an der Küste Medellins eröffnen und verliebt sich in Maria – die zufällig Pablo Escobars Nichte ist. Nick wird nach und nach in die erweiterte Familie eingeführt und versteht sich gut mit dem Patriarchen, der auf Feiern seine umgängliche und kinderliebe Seite zeigt.

Hier könnte man dem Film unter Umständen etwas Naivität vorwerfen: 1991 war Escobars Macht und sein Billionenvermögen, mit Drogen verdient, bereits weltweit bekannt. Nichtsdestotrotz ist es denkbar, dass eine Person wie Nick der Liebe wegen versuchen würde, in diesem Umfeld ein vergleichsweise normales Leben aufzubauen.

Das klappt aber leider nicht: Als kolumbianische Behörden ihr Netz um den Drogenboss enger ziehen, ist auch Maria gefährdet und das junge Paar wird in das Katz-und-Maus-Spiel mit hineingezogen. Schließlich bekommt Nick einen Auftrag: Eine Autoladung Geld in einer ländlich gelegenen Höhle verstecken – und den lokalen Helfer anschließend umbringen.

Die feine Zeichnung von Nicks Motiven und Zweifeln hat mich überrascht: Ohne übermäßiges Schwarz-Weiß-Denken zeigt dieser Film auf, wie flexibel Moral werden kann, wenn das eigene Leben oder das von geliebten Menschen auf dem Spiel stehen. Wichtig auch, dass kein Zweifel über den Charakter von psychopathischen Kriminellen wie Escobar bleibt, in dessen Denken letztlich jeder andere Mensch entbehrlich ist. Ein sehenswerter Film!

Escobar: Paradise Lost

https://www.youtube.com/watch?v=CSen29S0DLE