Mehr als nur Besitz!

Von den optischen und haptischen Gesichtspunkten abgesehen, bieten originäre Scheiben das I-Tüpfelchen in einer analogen Audiokette. Stichwort "Loudness War", also überkomprimierter Klang, um im Radio mit Rihanna und Lady Gaga mithalten zu können und nicht als zu blass empfunden zu werden. So ist es im modernen Musikkonsum Gang und Gäbe, mit jedem hauchzart gestrichenen E- Moll Akkord den Verstärker bis zum Ultimo zu befeuern. Eine Original- Pressung, nicht ein verhunztes Remaster, bietet im Idealfall einen massiven Dynamikzuwachs, sodass auch bei halb aufgedrehter Endstufe leise Töne wirklich leise sind. Viele moderne Veröffentlichungen setzen sich darüber hinweg und bieten quasi MP3 Klang mit 33 RPM. Spezielles Vinyl- Mastering dämpft dieses Phänomen bei manchen Veröffentlichungen ab, selbst bei Kompressionsmonstern wie QOTSA's Songs For The Deaf. Doch en gros bleiben die Kritikpunkte seitens bekennender Audiophiler wie z.B. Neil Young bestehen.
Auch wenn die "Wissenschaft" unlängst festgestellt haben will, daß klangliche Beschränkungen digitaler Medien nichts als Einbildung sind, ist und bleibt für mich beispielsweise Sabbath's Master of Reality als Vertigo Erstpressung das Medium der Wahl. Ob man nun messbar mehr hört oder nicht, einfach nur so entfaltet Iommi's Gitarre ihre Magie. Fast als würde er neben mir sitzen und spielen. Die richtige Audio- Hardware natürlich vorausgesetzt. Und wer mit dem bösen M-Wort nichts anfangen kann, hat Sabbath eh nicht verdient und kann gerne weiter auf seinem I-Phone Musik hören.

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